Einfacher Gruppenfotos machen: Wie wir die „Mich hinzufügen“-Funktion für Pixel entwickelt haben
Maayan Rossmann macht tolle Fotos. Das bedeutet aber auch, dass sie auf vielen Familienfotos fehlt, weil sie sehr oft die Fotografin ist. „In Israel gibt es den ‚Familientag‘, an dem Kinder ein Familienfoto in der Schule einreichen“, sagt die Produktmanagerin für Pixel Kamera. „Und es war immer schwer für mich, eines zu finden, auf dem ich auch mit drauf bin!“
Diese Erfahrung haben natürlich nicht nur Eltern gemacht: Es gibt immer jemanden, die oder der sich freiwillig meldet, um das Foto zu machen, den Timer der Kamera bedient – oder ihren oder seinen Arm verrenkt, um alle auf das Bild zu bekommen. Aber gerade Eltern, die Fotos machen, waren ein großer Teil der Inspiration der „Mich hinzufügen“-Funktion von Pixel: Hiermit könnt ihr zwei Bilder kombinieren, die während der gleichen Aufnahme und in der gleichen Szene gemacht wurden, so dass alle auf dem Foto zu sehen sind – auch die Person, die das ursprüngliche Bild gemacht hat.
Mit Mich hinzufügen bekommt ihr ein Foto mit allen, die dabei waren – ohne ein Stativ einpacken oder jemand Fremdes um Hilfe bitten zu müssen.
Die Softwareentwicklerin Adi Zicher war im August 2022 erst seit etwa drei Wochen im Creative Camera-Team, als sie die Idee präsentierte. Während einer Brainstorming-Session erwähnte sie, dass bei Gruppenfotos immer jemand vergessen wird. Das stieß bei allen im Team auf offene Ohren.
Die Pixel 8-Serie war bereits in der Entwicklung, sodass die neue Funktion nicht rechtzeitig fertig werden würde. Aber Adi arbeitete für die zukünftige Pixel-Generation an dem neuen Feature. „Ich habe ein Jahr lang alleine daran getüftelt, habe an Hackathons teilgenommen und versucht, Leute dazu zu bringen, mit mir daran zu arbeiten“, erklärt Adi. Gegen Ende des Jahres war ein Entwurf der Funktion fertig – und zu dieser Zeit stieß auch Maayan zu dem Projekt. „Maayan hat sich darum gekümmert, dass aus der Idee Realität wird!“ sagt Adi.
Maayan und Adi nutzen die „Mich hinzufügen“-Funktion.
Um die Funktion „Mich hinzufügen” umzusetzen, war die Zusammenarbeit zwischen dem Pixel Kamera-, Creative Camera- und Google XR-Team (das Google XR-Team arbeitet an Android XR und ARCore, Plattformen für die Entwicklung von Augmented- und Virtual-Reality-Erlebnissen) erforderlich.
Um ein Bild zusammenzufügen, verwendet die Funktion „Mich hinzufügen” Augmented Reality (AR), um der oder dem zweiten Fotograf*in eine Überlagerung des ersten Bildes zu zeigen. So kann sie oder er das neue Foto genau so einrichten, dass es der Bildkomposition des ersten Fotos entspricht. Da die Ausrichtung der beiden Bilder für ein bestmögliches Ergebnis entscheidend ist, hat das Team verschiedene Methoden erprobt, um die optimale Aufnahme zu erreichen. Sie kamen zu dem Schluss, dass Augmented Reality die sinnvollste Methode ist, um Nutzer*innen visuell dabei zu unterstützen – und holten sich deshalb Support vom Google XR-Team.
„Wir vom XR-Team wollten schon immer nützliche Funktionen für die Pixel Kamera-App mitentwickeln“, sagt XR-Softwareentwickler Ryan DuToit.
Zunächst war es aber gar nicht so einfach, eine Schnittstelle zu entwickeln, bei der die AR-Funktion selbsterklärend ist. Damit auch diejenigen, die mit der Technologie nicht vertraut sind, sie problemlos nutzen können, waren zahlreiche Tests erforderlich. Außerdem hatte das XR-Team viel zu tun, erklärt Ryan, denn Android XR als Plattform wurde erst im Dezember 2024 offiziell vorgestellt. „Die Zusammenarbeit mit einem anderen Team an einem weiteren Projekt war eine Herausforderung – aber wir haben es geschafft, und ich bin sehr stolz darauf“, sagt er.
Die Funktion „Mich hinzufügen” verwendet verschiedene Modelle für maschinelles Lernen, die von Pixels TPU und dem Tensor G4-Prozessor lokal auf dem Gerät ausgeführt werden. „Ich glaube nicht, dass wir ohne die TPU in der Lage gewesen wären, eine vernünftige Latenzzeit zu erreichen“, sagt Adi. Hätten sie diese ML-Modelle auf einem Grafikprozessor oder einer CPU ausführen müssen, wäre die Funktion nicht in der Lage gewesen, die Bilder der ersten Aufnahme und später die überlagerte Aufnahme schnell genug anzuzeigen.
Die Funktion wurde mit der Pixel 9-Serie eingeführt und hat sich schnell zu einer beliebten Funktion entwickelt – vor allem in Momenten, in denen sich Menschen in einer Gruppe treffen. „Wenn ich mir die Fotos ansehe, die Googler*innen mit uns teilen, fällt mir auf, wie oft sie die Funktion „Mich hinzufügen” nutzen, um diese besonderen Momente mit ihren Liebsten festzuhalten: Familientreffen, Urlaube, Ferien, ...“, sagt Adi.
Und dann ist da noch die Möglichkeit, euren „eigenen Zwilling“ herzuzaubern. Mit der „Mich hinzufügen”-Funktion könnt ihr zwei Fotos von euch aufnehmen lassen, die dann zu lustigen „Zwillings“-Fotos zusammengefügt werden. Das ist etwas, mit dem das Team viel experimentiert hat – aber nicht wegen des coolen Effekts.
Adi mit ihrem „Zwilling“

„Wir haben Fotos gemacht, auf denen wir uns selbst dupliziert haben, weil das für Tests am Einfachsten war“, sagt Adi.
Egal, ob ihr das nächste Familienfoto aufnehmen wollt oder ein Bild mit der Person, die ihr am besten kennt – also mit euch selbst – macht, die „Mich hinzufügen”-Funktion hilft euch dabei.