Richtig prompten mit Lyria 3
Ihr habt bestimmt schon von unseren Modellen Nano Banana (für Bildgenerierung) oder Veo (Videogenerierung) gehört, oder? Jetzt wird’s musikalisch, denn mit Lyria 3 könnt ihr innerhalb von Sekunden hochwertige Tracks produzieren.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Generierung von Musik mit KI immer als kreative Partnerschaft verstanden werden muss. Die KI fungiert als Pinsel, aber ihr bleibt die Maler. Die Qualität des Ergebnisses – vom generischen Track bis zum wahren Meisterwerk – bestimmt der Prompt.
1. Das „Audio-Rezept“-Framework
Um Musik zu generieren, die euch gefällt, müsst ihr über einfache Prompts wie „erstelle einen Rock-Track“ hinausgehen. Meine Empfehlung: nutzt folgende Struktur!
[Genre/Ära] + [Tempo/Stimmung] + [Spezifische Instrumente] + [Gesangsstil] + [Textthema]
- Genre-Fusion & Ära: Lyria 3 kennt sich mit spezifischen regionalen Sounds und genreübergreifenden Fusionen aus. Fragt also nicht einfach nur nach „Pop“. Fragt also nach „Moderner Electronic Dance Music (EDM) gemischt mit Europop“ oder „Eine Fusion aus Metal und Rap“. Ihr könnt sogar Epochen wie „französischer Yé-Yé-Pop der 60er“ oder „Bay Area Hyphy“ angeben, um eine bestimmte Essenz einzufangen.
- Rhythmische Präzision: Steuert die Energie, indem ihr die BPM (Beats Per Minute) angebt. Verwendet „170 BPM für Drum and Bass“ oder eine „Langsame 60 BPM Ballade“, um das Tempo vorzugeben. Ihr könnt sogar bestimmte Taktarten wie einen „3/4-Walzertakt“ anfordern.
- Instrumente: Das Modell greift standardmäßig auf eine Standard-Instrumentierung zurück, daher müsst ihr präzise sein, wenn ihr einzigartige Texturen wollt. Versucht Prompts wie „Eine schmutzige, verzerrte Bassline, die gegen saubere, knackige Hi-Hats ankämpft“ oder „Warme, analoge Synthesizer-Pads, die unter einer trockenen, intimen Akustikgitarre anschwellen“.
2. Stimmfarbe (der Schlüssel zur wahren Magie)
Um sicherzustellen, dass sich das Audio natürlich und nicht künstlich oder komisch anhört, könnt ihr ein detailliertes Sänger*innenprofil angeben. Kritik an KI-generierten Musikinhalten hat oft mit „Ungenauigkeit“ oder einem Mangel an detaillierter Kontrolle zu tun. Indem ihr spezifische Eigenheiten der Singstimme beim Prompten definiert, könnt ihr euren Track möglichst natürlich klingen lassen:
- Weiblicher Sopran: „Klare, kristalline Klangfarbe... fähig, pfeifende hohe Töne zu treffen“.
- Gealterter Rocker: „Rau und texturiert mit einer kiesigen Klangfarbe, die an den Grunge der 90er erinnert“.
- Männlicher Bariton: „Tief, schokoladig und samtweich“.
3. Multimodale Eingaben: Klang sehen
Die vielleicht innovativste und kreativste Anwendung von Lyria 3 ist seine multimodale Fähigkeit. Ihr könnt ein Bild, ein PDF oder eine Folie hochladen und Gemini analysiert den visuellen Kontext, um einen passenden Track zu komponieren.
Social Content: Ladet ein statisches Foto aus eurem Foto-Bibliothek hoch – wie eine z. B. eine Gruppe von Freund*innen oder euer Haustier – und lasst das Modell einen individuellen Soundtrack erstellen, der genau auf dem basiert, was es sieht.
Lucky, der Cocker-Spaniel-Rüde aus Hamburg.
Prompt: Erstelle jetzt einen Skate-Punk-Track im Stile der frühen 2000er für Lucky, den Hund. Gesungen wird der Track von einer prägnanten Frauenstimme, die auch eine harmonische Hook singt. Die Sängerin singt Textzeilen über den Hund "Lucky", dessen Foto ich hochgeladen habe. Lucky ist unglaublich freundlich, und verschmust. Am liebsten mag er seine Ohren gekrault bekommen. Jagt gerne Enten und liebt Käse. Er bekommt den besten Platz auf der Couch und im Bett.
Beispiel-Prompts
Um euch eine Vorstellung von der Wiedergabetreue zu geben, die ihr erreichen könnt, sind hier ein paar Prompts zum Testen:
Der „Retro-Futurist“ (Komplexe Struktur)
„Ein Synth-Pop-Track im Stil der 1980er mit einem treibenden Beat, schimmernden Synthesizern und einem eingängigen, hymnenhaften Refrain. Der Track sollte ein retro-futuristisches Gefühl haben... Das Tempo sollte flott und tanzbar sein, etwa 120 BPM... Der Text handelt von dem Gefühl, sich für eine Party fertig zu machen.“
Der „Sunday Reset“ (Lifestyle)
„Erstelle einen entspannten, souligen House-Track mit einer von R&B inspirierten, groovigen Bassline. 124 BPM. Mit einem hellen, jazzigen E-Piano... Die Atmosphäre sollte sich warm, gemeinschaftlich und ‚teuer‘, aber bodenständig anfühlen... Füge peppige, optimistische Texte hinzu, die von einem positiven Gefühl für die kommende Woche handeln.“
Der „Urban Atmospheric“ (Stimmung, aber einfach)
„Pop-Rap-Fusion, melodische Hooks, atmosphärische Produktion, nächtliche urbane Vibes.“