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Stärkung von qualitativ hochwertigem Journalismus im Netz
Google News Initiative

Stärkung von qualitativ hochwertigem Journalismus im Netz

In den vergangenen 20 Jahren haben wir uns häufig mit einem Spannungsfeld beschäftigt - zwischen der Informationsfreiheit, die das Internet auf der einen Seite ermöglicht, und der Notwendigkeit, das Vertrauen in Informationen zu sichern auf der anderen Seite. Die Erhöhung der Genauigkeit und Qualität der Inhalte und die Eindämmung von Fehlinformationen ist eine Herausforderung, die eine Zusammenarbeit zwischen der Nachrichtenindustrie, wissenschaftlichen Institutionen und digitalen Plattformen erfordert.

Hier sind einige der Schritte, die wir zu diesem Thema unternehmen:

Zuverlässige Nachrichten bei “breaking news” 

Bei aktuellen Nachrichten oder Krisensituationen (“breaking news”) kann es eine Herausforderung sein, die Flut von Informationen zu verarbeiten. Spekulationen können Tatsachen überlagern, während die Journalisten vor Ort noch recherchieren. Gleichzeitig veröffentlichen bestimmte Akteure bewusst irreführende Inhalte in Foren und Social Media mit der Absicht, die Aufmerksamkeit der Menschen auszunutzen und zu täuschen, während diese online auf der Suche nach vertrauenswürdigen Informationen sind.

Um die Sichtbarkeit solcher Inhalte gerade bei “breaking news” zu reduzieren, haben wir unsere Systeme angepasst. Der Schwerpunkt wird dann stärker auf anerkannte, seriöse Quellen gelegt als auf andere Faktoren wie Aktualität. Diese Änderung baut auf den im vergangenen Jahr angekündigten Verbesserungen der Suchqualität auf. Im Moment ist diese nur in den USA verfügbar, aber wir werden es in den kommenden Monaten auch weltweit einführen.

Es gibt vergleichbare Herausforderungen auf YouTube, das von der Arbeit für die Google-Suche lernt und  entsprechend angepasst wird. YouTube hebt nun relevante Inhalte aus verifizierten Nachrichtenquellen in einer "Breaking News"-Sektion und unter "Top News" in den Suchergebnissen hervor. 

Zusammenarbeit mit der Branche zur Ermittlung richtiger Informationen 

Verlagen zu ermöglichen, ihre Daten oder eingebettete Qualitätssignale besser zu strukturieren, kann dazu beitragen, dass Plattformen wie Google qualitativ hochwertige Inhalte einfacher erkennen. Aus diesem Grund sind wir am Trust Project beteiligt, in dem acht Vertrauensindikatoren entwickelt wurden. Verlage können diese verwenden, um zu vermitteln, warum ihr Inhalt als glaubwürdig angesehen werden sollte.

Es gibt bereits Beweise dafür, dass die Anwendung dieser Indikatoren Vertrauen schafft und den negativen Auswirkungen von Fehlinformationen entgegenwirkt. Beispiel Trinity Mirror in Großbritannien: Nachdem sie das Trust Project eingeführt hatten, stieg das Vertrauen der Verbraucher in die Zeitung um 8 Prozent.

Darauf aufbauend arbeiten wir mit der Credibility Coalition zusammen, um die Entwicklung von technischen Markern voranzutreiben, die eine Bewertung von Online-Inhalten durch Dritte ermöglichen. In diesem Sommer wird die Credibility Coalition in Zusammenarbeit mit der neu gegründeten Community-Gruppe des World Wide Web Consortium (W3C) neue Ansätze zur Analyse und Bewertung der Glaubwürdigkeit von Informationen im Internet untersuchen.

Im Jahr 2016 haben wir Fact Check-Tags in Google News eingeführt, damit die Menschen verstehen, worauf sie klicken und was sie lesen. Seitdem haben wir Fact Check auf andere Produkte wie die Google Suche ausgeweitet. Heute arbeiten wir zum Beispiel mit den National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine, dem New York Times Health Team und dem Memorial Sloan Kettering Cancer Center zusammen, um uns auf die Integrität und Genauigkeit von Gesundheitsinformationen im Internet zu konzentrieren. 

Ab dem 2. April, dem International Fact-Checking Day, bietet die Google News Initiative zusammen mit dem International Fact Check Network weltweit Fortbildungen zu Tools zur Unterscheidung von Fehlinformationen im Internet für mehr als 20.000 Studenten an.

Viele Länder werden 2018 Wahlen abhalten, darunter Mexiko, Brasilien, Indonesien und die USA. Als Teil unserer Angebote zur Bekämpfung von Fehl- und Desinformation rund um die Wahlen unterstützen wir unseren Partner First Draft bei der Einführung eines "Disinfo Lab". Das in Harvard ansässige Labor wird Journalisten einsetzen, um Fehlinformationen im Vorfeld und während der Wahlen aufzuspüren.

Wir wollen auch die weltweite Forschungsgemeinschaft bei ihren Bemühungen unterstützen, neue Modelle zur Erkennung synthetischer, computergenerierter Sprach- und Videodateien zu trainieren. Bald werden wir Datensätze veröffentlichen, mit denen solche Modelle trainiert werden können, um synthetisierte Audioinhalte zu erkennen und sie für Journalisten und Forschungsgemeinschaften verfügbar zu machen.

Unterstützung von jungen Menschen bei der Differenzierung von qualitativ hochwertigen Online-Inhalten  

Medienkompetenz hat sich zu einem der wichtigsten Themen unseres digitalen Zeitalters entwickelt.  In einer Studie der Stanford History Education Group konnten 93 Prozent der Studenten die Website eines Lobbyisten nicht als voreingenommen kennzeichnen, und 82 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe konnten gesponserte Inhalte nicht von echten Nachrichten unterscheiden.

Wir haben bereits Medienkompetenz-Programme in Großbritannien, Brasilien und Kanada unterstützt, aber wir können noch mehr tun. Deshalb starten wir heute eine globale Initiative von Google.org, die mit zehn Millionen Dollar ausgestattet ist, um Wege zur Bewältigung dieser Herausforderung zu finden.

Das erste Projekt auf diesem Gebiet ist MediaWise, eine US-amerikanische Partnerschaft zwischen dem Poynter Institute, der Stanford University Education Group und der Local Media Association. Unterstützt durch eine Investition von drei Millionen Dollar von Google.org, ist MediaWise ein Medienkompetenz-Projekt, das Millionen von jungen Menschen in den USA dabei helfen soll, Fakten von Fiktion zu unterscheiden ‒ mit Hilfe von Schulunterricht, Videos und einigen bei Jugendlichen beliebten YouTubern.

Menschen brauchen Journalismus, auf den sie sich verlassen können. Aber es bedarf der Zusammenarbeit mit Partnern in einem breiten Spektrum, um gute Lösungen für das Problem mit Fehlinformationen zu finden und zum Aufbau einer besser informierten Welt beizutragen.