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Forschung als Reise – Das Humboldt Institut feiert seinen 5. Geburtstag



„Der größte wissenschaftliche Reisende, der je gelebt hat“. Mit diesen Worten beschrieb Charles Darwin einst Alexander von Humboldt. Der deutsche Wissenschaftler (1769-1859) ging als einer der Gründer der modernen Geographie, Vordenker der Aufklärung und Forscher in die Geschichte ein. Seine Experimente, Erkenntnisse und Reisen haben die Wissenschaft sprichwörtlich verändert.
Ein Bild zeigt die Statue von Alexander von Humboldt vor der Humboldt-Universität zu Berlin

Statue von Alexander von Humboldt vor der Humboldt-Universität zu Berlin 

Genau vor fünf Jahren begann eine akademische Institution, die nach Humboldt benannt wurde, ihre ganz eigene wissenschaftliche Reise: Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin. Seit seiner Gründung hat sich das Institut einem Ziel verschrieben: die dynamische Beziehung zwischen dem Internet und unserer Gesellschaft zu erforschen und zu verstehen. Welche Verflechtungen bestehen zwischen digitalen Infrastrukturen und den verschiedenen Bereichen unseres täglichen Lebens? Welche kulturellen, wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Normen müssen an den Prozess der Digitalisierung angepasst werden? Und welche Beziehung besteht zwischen Internet Governance und Innovation? Das sind nur einige der zahlreichen Fragen, mit denen sich das Humboldt Institut voller Leidenschaft und mit großem Erfolg beschäftigt.


Ein Bild zeigt die Forschungsdirektoren/-innen des Instituts (von links): ProfessorInnen Thomas Schildhauer, Wolfgang Schulz, Ingolf Pernice und Jeanette Hofmann

Die Forschungsdirektoren/-innen des Instituts (von links): ProfessorInnen Thomas Schildhauer, Wolfgang Schulz, Ingolf Pernice und Jeanette Hofmann 

In nur fünf Jahren hat sich das Humboldt Institut zu einer der international führenden Forschungseinrichtungen für Internet und Gesellschaft entwickelt. Es hat neue Formate und Tools wie die Startup Clinics (zur Förderung von Gründern und Erforschung der Gründerszene) und den Digitalen Salon (ein monatliches Forum zur Anregung öffentlicher Diskussionen) geschaffen. Darüber hinaus hat das Institut die Gründung des Network of Centers (NoC), ein Netzwerk aus rund 70 Forschungsinstituten, von Berkman-Klein in Boston bis zum Oxford Internet Institute, mit initiiert. Die Forscher des Instituts haben fast 200 akademische Artikel und Studien veröffentlicht und über 20 Doktoranden betreut. Außerdem hat das Institut mehr als 150 öffentliche Veranstaltungen organisiert. In diesem Oktober organisiert das Institut zum ersten Mal die jährliche Konferenz der Association of Internet Researchers (AoIR), die 500 Forscher aus der ganzen Welt zusammenbringt und damit eine der größten und wichtigsten Konferenzen ihrer Art darstellt. Das ist ein wichtiger Schritt und ein schönes Geburtstagsgeschenk für die junge Berliner Institution.


Wir gratulieren dem Humboldt Institut, das aus Sicht zahlreicher Beobachter genau zum richtigen Zeitpunkt eine wichtige Lücke in der akademischen Landschaft Deutschlands geschlossen hat. Der Ansatz, mit dem das Institut wissenschaftlichen Herausforderungen begegnet, ähnelt der Art, in der auch das Internet mit der Gesellschaft interagiert. Das Institut steht für freie Forschung, fördert die offene Wissenschaft und verfolgt bei seinen Forschungsaktivitäten einen interdisziplinären Ansatz. Es erleichtert online und offline einen kontinuierlichen Dialog zwischen seinen Forschern und externen Interessengruppen sowie der allgemeinen Öffentlichkeit. Dabei setzt das Institut die technologischen Tools ein, die bei allen bedeutenden wissenschaftlichen Fortschritten eine immer größere Rolle spielen.

Ein Foto zeigt die Eröffnungskonferenz des Instituts (Berliner Symposium für Internet und Gesellschaft), Oktober 2011

Eröffnungskonferenz des Instituts (Berliner Symposium für Internet und Gesellschaft), Oktober 2011 

Vor fünf Jahren hat Google das Humboldt Institut zusammen mit der Humboldt Universität, der Universität der Künste, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung als Partnern initiiert und finanziert. Seitdem wird das Institut von weiteren Institutionen aus dem Privatsektor wie Cisco, KMPG oder dem Vodafone Institut sowie durch Drittmittelförderungen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell unterstützt. Es ist großartig, dass so viele renommierte Institutionen der Gruppe der Gründer und Unterstützer beigetreten sind. Diese Unterstützung wird die akademische Unabhängigkeit und die Forschungskapazitäten des Instituts zusätzlich stärken. Vielfalt zählt! Aus diesem Grund sind weitere Forschungskooperationen und unterstützende Partner jederzeit willkommen.




Bis zuletzt hat Alexander von Humboldt an seiner Forschung gearbeitet und mit seinem Werk „Kosmos“ nichts Geringeres zu erklären versucht als die „Welt“. Das Humboldt Institut hat sich einer Aufgabe verschrieben, die ähnlich ambitionierte Ziele verfolgt – die Erforschung der Dynamiken von Internet und Gesellschaft im digitalen Zeitalter. Wir gratulieren dem Institut zu seinem fünften Jahrestag und beglückwünschen sein Team zu seinen Erfolgen und seiner akademischen Leidenschaft. Die Reise hat erst begonnen.