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„KI macht Schule“ zu Besuch bei Google in München

Foto auf dem vier Jugendliche vor einem Laptop sitzen und gemeinsam eine Aufgabe lösen

Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen (ML) beeinflussen in unserer zunehmend vernetzten Welt schon heute unser alltägliches Leben und werden im Rahmen der Digitalisierung auch in den nächsten Jahrzehnten von zentraler Bedeutung sein. Deshalb ist es wichtig, faktenbasiertes Wissen in diesem Bereich aufzubauen – vor allem für Schülerinnen und Schüler.

Erst 2020 hat das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften eine Befragung zum Thema KI durchgeführt. Ein Ergebnis: Die Mehrheit der Deutschen weiß nur wenig über Künstliche Intelligenz.

Um ein frühes Bewusstsein für diesen Bereich zu schaffen, hat die Lokalgruppe München des Projekts „KI macht Schule“ in Kooperation mit Google erstmals zwei interaktive Workshops für Schüler:innen der 9. Klasse angeboten. Im Mai bekamen die jeweils 25 Teilnehmenden im Alter von 14 bis 16 Jahre des Luitpold-Gymnasiums München nicht nur einen umfassenden Einblick in KI, sondern auch in ein großes Tech-Unternehmen wie Google, das seine Konferenzräume im Kontorhaus für beide Veranstaltungen zur Verfügung stellte.

KI-Bildung für Schüler:innen und Lehrkräfte

Die Initiative „KI macht Schule“ wurde 2019 mit dem Ziel gegründet, Bildung über Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen deutschlandweit an Schulen zu bringen. Die interdisziplinären Kurse, die größtenteils von Studierenden, Promovierenden oder Beschäftigten aus dem MINT-Bereich geleitet werden, sollen sowohl technische und ethische Aspekte vermitteln, als auch Interesse für das Thema wecken. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler von der 9. bis zur 13. Klasse. Seit einigen Monaten bietet das Projekt auch Fortbildungen für Lehrkräfte an, um sie darüber aufzuklären, wie in ihrem jeweiligen Unterrichtsfach KI-Wissen vermittelt werden kann.

Darüber hinaus organisiert „KI macht Schule“ Workshops, die sich gezielt an Mädchen richten und diese motiviert, mit den Kursleiter:innen in den Austausch zu gehen – denn bisher sind nur wenige Frauen in der KI tätig. „Ich glaube, dass es für die Gesellschaft sehr von Vorteil ist, wenn es diverse Entwickler:innen in diesem Bereich gibt – ein Bereich, der uns alle sehr beeinflusst. Ich würde mich auch persönlich über mehr Kolleginnen an meiner Seite freuen“, sagt Eva Charlotte Mayer, Software-Entwicklerin im Bereich Privatsphäre bei Google. Während ihrer Studienzeit gründete sie die Münchner Lokalgruppe und übergab nach ihrem Abschluss die Leitung an Paul Pommer, der sich in seinem Masterstudium in „Finance & Computer Science“ an der TUM viel mit KI beschäftigt. „Das Team hinter ‚KI macht Schule‘ möchte die Gesellschaft auf zukünftige Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten vorbereiten. Wir ermöglichen es Schülerinnen und Schüler, sich kritisch mit KI und deren Anwendungsfeldern der Gesellschaft zu beschäftigen. Dabei sind wir in interne Ressorts unterteilt, wie beispielsweise das Didaktik-Team, das die Lehrmaterialien entwickelt oder das Tech-Team, das unsere Projektmanagement-Plattform betreut. Und es gibt die Lokalgruppen, die Kurse in verschiedenen Städten durchführen“, erklärt Paul. „Die Kooperation mit Google hat Eva in die Wege geleitet und gemeinsam haben wir die ersten zwei Workshops in München organisiert.“

Der erste eigene Algorithmus

Der erste Workshoptag beinhaltete eine Einführung in die Grundlagen der KI und des Maschinellen Lernens sowie einen praktischen Teil, in dem die Jugendlichen ihren eigenen KI-Algorithmus programmieren konnten. „Wir bringen den Schülerinnen und Schülern bei, ein Modell zur Maskenerkennung mithilfe von Fotos zu trainieren. Dieses erkennt, ob jemand eine medizinische Maske richtig trägt oder nicht“, sagt Paul. „Je nachdem, wie alt die Schülergruppe ist, erklären wir auch die mathematischen Hintergründe. Die Grundkonzepte von Maschinellem Lernen sind nämlich mit Oberstufenmathematik bereits umfänglich abgedeckt.“

Am zweiten Workshoptag beschäftigten sich die Schüler:innen mit ethischen Fragestellungen rund um KI und durften selbst Präsentationen zu verschiedenen Themen entwerfen. Da der Schwerpunkt der Münchner Veranstaltungen im Bereich Medizin lag, setzten sie sich hier etwa mit den ethischen Aspekten von Pflegerobotern und Computer-Hirn-Schnittstellen auseinander.

Beide Workshops der Lokalgruppe München wurden sehr gut von den Teilnehmenden aufgenommen: „Durch die ausführlichen Erklärungen und anschaulichen Beispiele konnte ich schnell in das Thema KI einsteigen“, erzählt eine Schülerin (16) des Luitpold-Gymnasiums. Ein weiterer Schüler (15) ergänzt: „Mir hat besonders gut gefallen, dass wir selber Aufgaben erledigen durften und wir auch genügend Zeit hatten, sie zu verstehen.“

Auch die teilnehmenden Lehrkräfte zeigten sich positiv von beiden Workshop-Tagen: „Handlungs- und problemorientiertes Arbeiten steht in unserem Informatikunterricht im Vordergrund. Während des zweitägigen Workshops bei Google in München haben unsere Schülerinnen und Schüler mit Begeisterung ihre ersten Lernerfolge mit KI gemacht. Der Workshop war für alle lehrreich und spannend gestaltet zugleich. Ein besonderer Dank gilt allen Kursleiter:innen, die mit viel Herzblut über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von KI aufklären. Wir planen das Thema KI weiter in unserem Unterricht zu behandeln“, sagt Lehrer Peter Kirchhoff vom Luitpold Gymnasium München.

Bei gemeinsamen Mittagessen hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit den Google-Mitarbeiter:innen über ihre Interessen und das Gelernte auszutauschen. „Die Kursinhalte unserer Workshops sind komplett unabhängig – Google hat darauf keinen Einfluss. Wir gehen auch auf kritische Themen ein“, erklärt Paul.

Künstliche Intelligenz ist allgegenwärtig

Wie wichtig es ist, sich schon früh mit KI auseinanderzusetzen, zeigen die vielfältigen Einsatzbereiche in unserem alltäglichen Leben, mit denen auch jüngere Menschen regelmäßig in Kontakt kommen: Von Algorithmen in sozialen Netzwerken über Spracherkennung und -übersetzung bis hin zu medizinischen Verfahren. Letztendlich versucht Künstliche Intelligenz, menschliche kognitive Fähigkeiten nachzuahmen: Zum Beispiel das menschliche Sehen im Bereich Computer Vision, die Fähigkeit zu kommunizieren im Bereich Natural Language Processing (NLP) oder das Planen und Handeln in der Robotik.

„Künstliche Intelligenz ist überall und beeinflusst uns täglich – deshalb ist es auch extrem wichtig, dass wir ihre Funktionsweise grundlegend verstehen. Vor allem, um mögliche Risiken abzuschätzen“, betont Eva. „Ich finde es wichtig, dass die Gesellschaft ein Grundverständnis über KI bekommt und mitbestimmen kann, wohin die Entwicklung gehen soll. Um das zu erreichen, müssen wir möglichst früh mit der Bildung in diesem Bereich beginnen und das Interesse wecken.“

Für Google ist es ein wichtiges Anliegen, junge Menschen im sicheren und kompetenten Umgang mit digitalen Medien zu schulen. Sie bewegen sich selbstverständlich in dieser Welt, in der uns Technologien und Algorithmen an vielen Stellen – mal offensichtlich, mal eher verdeckt – begegnen. Diese neue Generation soll aktiv an der Gestaltung der Zukunft mitwirken statt nur zuzusehen.

„Ich freue mich darüber, dass so viele meiner Kolleg:innen an diesem Projekt mitgewirkt und Engagement gezeigt haben“, so Eva. „Wir planen eine langfristige Kooperation mit der Bildungsinitiative ‚KI macht Schule‘ und es liegt mir sehr am Herzen, dass wir künftig mit Schulen aus ganz Deutschland zusammenarbeiten. Außerdem möchten wir die Workshops speziell für Mädchen noch weiter ausbauen.“

Wer Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen auch an seine Schule bringen möchte, kann sich direkt über die Website von „KI macht Schule“ für einen Kurs anmelden.