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Sein Leben ist eine Suche - der Meteoritenjäger aus Brandenburg



Der Weltraum. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer von Thomas Grau, der mit Hilfe des Internets immer wieder auszieht, um Post aus fremden Welten zu empfangen. Er sucht nach Steinen aus dem All, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Er ist - Meteoritenjäger.

Von Kindesbeinen an war Thomas Grau fasziniert von Astronomie und Planetenkunde. 1990 - mit gerade mal 17 Jahren - baute er sich sein erstes eigenes Teleskop. 2002 fand er mit Hilfe von Aufzeichnungen des Europäischen Feuerkugelnetzes seinen ersten Meteoriten in Bayern. Nach diesem Erfolgserlebnis ließ ihn die Suche nach immer neuen “Boten aus dem All” nicht mehr los. Über die Jahre entwickelte er ein eigenes online-basiertes Frühwarnsystem für Meteoritenfälle, zu dem neben dem direkten Austausch mit Sternenforschern überall auf der Welt auch einige Google Dienste gehören. So empfängt Grau mit Hilfe von Google Alerts jede Nachricht über ungewöhnliche Himmelsphänomene rund um den Globus. Er verwendet dazu markante Schlüsselbegriffe wie “Feuerkugel” oder “Meteoritenschauer”, die er mit der Google Suche weiter bewertet und zuordnet. Ergänzt durch Augenzeugenberichte grenzt er mit Google Earth den vermuteten Aufschlagpunkt des Meteoriten geographisch auf wenige Kilometer ein. Dann zieht er los, um das frische Gestein so schnell wie möglich zu bergen. Sein System funktioniert so gut, dass Thomas Grau heute weltweit meist zu den Ersten zählt, die von neuer “Post aus dem All” erfahren. Sein Computer in Bernau bei Berlin ist immer auf Empfang.

Dutzende Himmelskörper hat der Meteoritenjäger aus Brandenburg inzwischen aufgestöbert. Dazu zählen so seltene Exemplare wie ein sogenannter “CM2-Chondrit”, der noch aus der Zeit der Entstehung des Sonnensystems stammt. Durch seine Beharrlichkeit sowie seine ungewöhnliche Methodik ist Thomas Grau und das von ihm gegründete European Research Center for Fireballs and Meteorites (ERFM) längst auch für die Wissenschaft ein respektierter Partner geworden. Anfragen zur Mitarbeit kommen von so renommierten Häusern wie dem Max-Planck-Institut für Kosmoschemie, Institut für Planetologie in Münster, der Universität Kopenhagen oder dem Laboratori Nazionali del Gran Sasso in Italien.

“Den frischen Meteoriten - also die Post aus dem All - abzuholen und zu dem zu bringen, der sie lesen kann, das ist meine Aufgabe. Deshalb gibt es für mich nur eins: Suchen.” So beschreibt Thomas Grau seine Mission, Captain Kirk hätte es nicht schöner sagen können.

Ab heute könnt Ihr die Geschichte des Meteoritenjägers im Fernsehen sehen - oder auch hier in den Google Stories.