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Zukunftswerkstatt

Unser Versprechen für ein digitales Europa



Vor einem Jahr kam ich nach Brüssel und habe die Zusage von Google verkündet, bis Ende 2016 eine Million Europäer digital weiterzubilden. Manchmal entwickeln Ideen ja eine schöne Eigendynamik, und bei dieser war das ganz eindeutig so: Ich freue mich sehr, dass wir unser Ziel bereits übertroffen haben. Wenn man ein bestimmtes Ziel erreicht hat, sollte man sich ein neues, noch höheres stecken. Aus diesem Grund habe ich heute im Rahmen einer Veranstaltung mit Friends of Europe in Brüssel auch unsere Pläne bekannt gegeben, mit unserem Vorhaben noch einen Schritt weiter zu gehen und nicht nur eine, sondern zwei Millionen Europäer digital weiterzubilden.


Die Teilnahme an diesem Projekt steht allen Interessierten offen. Online erfolgreich zu sein, sollte nicht einigen wenigen Privilegierten vorbehalten bleiben. Wir wollen, dass alle Europäer, unabhängig von Alter, Hintergrund oder Wohnort, in der Lage sind, ein neues Unternehmen zu gründen, ein bestehendes Geschäft auszubauen oder ihre Leidenschaft mit anderen zu teilen. Wir haben dabei sowohl Online-Schulungen angeboten als auch in Zusammenarbeit mit Universitäten Programme für Präsenzschulungen erstellt. Die Menschen, die wir bisher unterstützt haben, sind in den unterschiedlichsten Gebieten tätig - von Ökotourismus in Griechenland bis hin zum Thema Angeln in Skandinavien. In Deutschland haben wir im letzten Jahr in Nordrhein-Westfalen drei temporäre Trainingszentren im Rahmen der Online-Export-Initiative “Weltweit Wachsen” unter der Schirmherrschaft des dortigen Wirtschaftsministers Garrelt Duin eröffnet. In Köln, Dortmund und Münster konnten sich interessierte kleine und mittelständische Unternehmen in allen Fragen rund um das Thema Online-Export ausbilden lassen. Mit positiver Bilanz: 4.300 Betriebe nahmen teil und 91 Prozent der teilnehmenden Unternehmen würden die Trainings weiterempfehlen. In dieser dreimonatigen Testphase haben wir gemerkt, dass ein großer Bedarf an qualitativer Fortbildung im Bereich Online-Export besteht, daher können ab sofort alle Interessierten auf der Online-Lernplattform “Digital Workshop” ihre digitalen Kompetenzen noch weiter vergrößern.

Ein Foto von dem Schriftzug "Weltweit wachsen"

Online-Export-Initiative "Weltweit Wachsen" eröffnet Trainingszentren in NRW

Programme wie Weltweit Wachsen haben wir überall in Europa gestartet – dabei reicht das Angebot von der Vermittlung digitaler Kompetenzen an junge Arbeitssuchende in Spanien bis hin zur Beratung von Traditionsunternehmen in Italien, um diesen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie mit Hilfe des Internets wachsen können.

Wir lieben Unternehmen, die das digitale Potenzial der traditionellen Branchen und Stärken Europas erkennen und umsetzen. Jedes Geschäft kann auch ein digitales Geschäft sein, und das Web ist nichts anderes als ein weiteres Schaufenster. Insbesondere für junge Menschen bestehen zwischen der „Online-Welt“ und der „realen Welt“ keine Grenzen mehr.

Nehmen wir zum Beispiel die Studentenberatung Fleed. Sie wurde von Tano Lopez, einem Teilnehmer unseres Activate-Kurses in Spanien, ins Leben gerufen. Ein klassisches, auf menschlichen Beziehungen gegründetes Modell aus der „alten Welt“ wird modernisiert und online gestellt - und schon entsteht eine für jeden zugängliche neue Welt persönlicher Lernnetzwerke. Fleed verbindet Studenten miteinander, die gerne ins Ausland wollen, und hilft ihnen bei der Suche nach der richtigen Universität.

Doch es geht nicht nur um die Möglichkeiten, traditionelle Geschäftsmodelle auch online zu realisieren. Es entsteht gerade auch eine ganz neue Branche, nämlich die der App-Entwicklung. App-Entwickler sind in Europa mittlerweile extrem erfolgreich und programmieren alles Mögliche - von beliebten Spielen bis hin zu handlichen Kalenderlösungen. Laut einem aktuellen Bericht hat Android über 1,2 Millionen Arbeitsplätze in Europa geschaffen – Arbeitsplätze, die es vor dem Internet schlichtweg überhaupt nicht gab. EyeEm, das von Nutzern auch gerne als „Instagram für alle, die wirklich gute Fotos machen wollen“ bezeichnet wird, sitzt in Berlin und beschäftigt 50 Mitarbeiter. Zwei der größten Märkte des Start-ups sind Brasilien und die USA.

Wir stehen vor einem grundlegenden Wandel. Vor nicht allzu langer Zeit waren kleine Unternehmen nur in ihrer Region tätig. Nur sehr große, multinationale Unternehmen konnten ihre Produkte weltweit anbieten oder sich die neuesten Technologien leisten. Doch heute, wo Milliarden Menschen auf digitale Tools zugreifen können, kann jeder sein Geschäft ausbauen. Wir stehen am Beginn des Zeitalters der „Micro-Multinationals“, in dem eine clevere Geschäftsidee im Handumdrehen zu einem weltweiten Erfolg werden kann. Meine Kollegen bei Google und ich sind stolz darauf, ein Wachstumsmotor für solche Unternehmen zu sein. Unsere Tools für Suche, Maps und Werbung unterstützen sie dabei, neue Kunden zu finden – an der nächsten Ecke oder am anderen Ende der Welt. Wir unterstützen angehende Gründer und investieren in Start-up-Communities in London, Madrid, Berlin und Warschau. Unser Beteiligungskapitalfonds Google Ventures (GV) sucht ständig nach europäischen Unternehmen für Investitionen.

Aus allen diesen Gründen haben wir heute Dutzende von Unternehmen in Brüssel versammelt und sie zu ihren Ideen für neues Wachstum in Europa befragt. Da sie direkt aus der Praxis kommen und selbst Arbeitsplätze schaffen, Inhalte erstellen und Umsätze generieren, haben sie oft auch die besten Ideen. Eine Botschaft war jedenfalls ganz deutlich: Sie alle wollen einen einzigen digitalen Markt für den gesamten Kontinent. Angesichts der Tatsache, dass das Internet Grenzen überwindet, wenn es um Marketing und Geschäftsabwicklung geht, ist die Erhaltung solcher Grenzen im Hinblick auf die Regelungen für Abrechnung, Besteuerung und Lieferung nicht sinnvoll. Die zwei Millionen Menschen, die wir weiterbilden, benötigen einen einzigen Markt, on- und offline, um das Beste aus ihren neu erworbenen Fähigkeiten machen zu können.