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Manuskripte, Musik & Magie: Lernt Mali kennen

Manche verbinden mit Timbuktu vielleicht eine Stadt am Rande der Welt. In Wirklichkeit befindet sich die Stadt Mitten im westafrikanischen Mali und ist ein Ort, der bis obenhin mit einem unvergleichlichen kulturellen Reichtum erfüllt ist, der aus Traditionen und Einflüssen aus der gesamten Sahara und der Sahelzone stammt, die seit Jahrhunderten harmonisch miteinander verschmelzen – und all das wird das neue Projekt „Mali Magic“ auf Google Arts & Culture ab heute mit euch teilen.

Obwohl die Magie Malis oft mit dem dem Reichtum und der Führung von Mansa Musa (dem wohlhabendsten Mann der Weltgeschichte) in Verbindung gebracht wird, liegt sie aber tatsächlich in der Kultur des Landes, die man nach vier Säulen unterteile kann: Manuskripte, Musik, Monumente und moderne Kunst. Und ebenson auf der unglaublichen Widerstandsfähigkeit gegenüber Bedrohungen durch Menschen und Umwelt.

Das M steht für Mali

Malis Geschichte wurde oft mit Fokus auf die Gewalt und die politischen Unruhen erzählt, die das Land erlebt hat. Dazu zählt der Putsch von 2012 und die anschließende zehnmonatige dschihadistische Besetzung, die zur Zerstörung vieler Mausoleen, Moscheen, Denkmäler sowie von Instrumenten, zur Verbrennung alter Manuskripte und der Absage von Festivals geführt hat, um die Musiktraditionen, die die Kultur definieren, zum Schweigen zu bringen. Aber das malische Volk hat seine Kultur nicht der Zerstörung zum Opfer fallen lassen. Von der Rettung der alten Manuskripte, die Familien jahrelang vor der totalen Zerstörung geschützt haben, bis hin zu den zeitgenössischen künstlerischen Bewegungen, die aus Zeiten des Aufruhrs hervorgehen, hat sich die Widerstandsfähigkeit der Menschen und Kultur Malis bewährt. Hier erfahrt ihr mehr über ihre Bemühungen, ihre Bibliotheken zu bewahren und zu digitalisieren.

Mali Magic auf Google Arts & Culture beleuchtet diese heldenhaften Geschichten und präsentiert Malis Denkmäler, Manuskripte, Musik und moderne Kunst in einer einmaligen digitalen Sammlung .

Das M steht für Manuskripte

Lange vor der europäischen Renaissance brachte die malische Stadt Timbuktu – die einst eine Gemeinschaft von Gelehrten beherbergte, die ein Viertel der Gesamtbevölkerung ausmachte – eine Fülle von Lehren in den Bereichen Moral, Politik, Astronomie, Literatur und außergewöhnlichen Themen wie schwarze Magie hervor. Dieses Werk wurde in Tausenden von wertvollen Manuskripten festgehalten und haben unser Verständnis der afrikanischen Geschichte neu definiert. Dr. Abdel Kader Haidara, der als “badass librarian” berühmt wurde, als er gefährdete Manuskripte aus Timbuktu schmuggelte, sagte dazu, dass erzählt wurde „dass Afrika keine niedergeschriebene Geschichte hat, dass sie nur mündlich existiert. Wir haben mehr als 400,000 einzigartige Manuskripte, die von den Händen der Afrikanerinnen und Afrikanern geschrieben wurden. Sie werden diese Schriften sehen und dann ihre Meinung ändern. Es ist eine wahre Renaissance.“

Schließlich haben die Manuskripte ihren Weg von Familienbibliotheken auf die Weltbühne gefunden: Eine spektakuläre Sammlung von 40.000 verzierten Blättern und wunderschön geschriebenen Timbuktu-Manuskripten wurde Google Arts & Culture verfügbar gemacht, damit die Welt sie online erkunden kann.

Das M steht für Musik

Von Stammesliedern und -tänzen, begleitet von einzigartigen traditionellen Instrumenten, die von Instruments4Africa auf Video festgehalten wurden, bis hin zum Festival in der Wüste, auf dem U2 und Malis Musikerin Fatoumata Diawara zu Gast waren – Mali ist ein Ort, an dem Rhythmus dank der weit verbreiteten Leidenschaft für Musik lebt. Man sagt sogar, dass Rock’n’Roll und der amerikanische Blues tief in malischen Musik- und Sagentraditionen verwurzelt sind.

Auch heute noch ist Malis Musikszene stark: Musiker:innen aus ganz Mali haben sich zusammengeschlossen, um das bekannte Lied Houwkuna der malischen Künstlerin Ali Farka Touré zu covern, die für den Grammy nominierte Fatoumata Diawara führt Mali mit ihrer brandneuen EP namens Maliba (übersetzt „The Great Mali“) an die Spitze der Weltmusikszene und Festivals und Live-Konzerte werden von Timbuktu Renaissance und Instruments4Africa veranstaltet, um gefühlvolle Klänge und sozialen Zusammenhalt am Leben zu erhalten.

Das M steht für Monumente

Eine weitere Säule von Malis einzigartiger Kulturlandschaft bilden die Moscheen, Mausoleen und Denkmäler. Sie sind vielmehr als eine Ansammlung von historischen Lehmbaustilen und ein Gedenken an vergangene Ereignisse; sie werden von den Gemeinschaften, die sie seit Jahrhunderten geschützt haben, am Leben gehalten. Dazu zählen auch ihre Bemühungen, diese Monumente nach der Zerstörung zu restaurieren, die entstanden ist als versucht wurde, die Grundlagen der malischen Kultur und Identität zu erschüttern.

Von politischen Unruhen und dem Ende des Tourismus bis hin zu Globalisierung und Umweltverschmutzung – mehrere Faktoren bedrohen Malis Denkmäler und seine Kultur im Allgemeinen. Bei der Erkundung der Großen Moschee von Djenne in 3D oder der ersten Straßenansicht von Malis Moscheen und Denkmälern wird klar, dass dieses bauliche Erbe es wert ist, für kommende Generationen geschützt und erhalten zu werden.

Das M steht für moderne Kunst

Malis Erbe an Kreativität und lebendiger Kultur wird durch die neue Generation zeitgenössischer Künstler:innen des Landes weitergeführt. Maler:innen, Bildhauer:innen und Künstler:innen verschiedener Stile und Handwerke spiegeln die Farben und das Chaos wider, die sie in der Welt um sich herum sehen, und verbinden Malis ausdrucksstarke Kultur mit ihren eigenen einzigartigen Perspektiven, Ambitionen und Erkundungen.

Angesichts der Schwierigkeiten und Zerstörungen, die Mali sowohl in der jüngeren als auch in der Kolonialgeschichte ertragen musste, könnte die Kunstszene des Landes einen Raum darstellen, in dem Malis Vergangenheit verarbeitet und durch Kultur und Kreativität eine Zukunft wieder aufgebaut werden kann.

„Der Tag, an dem wir zugeben, dass wir alles zugunsten anderer verloren haben; an diesem Tag können wir wirklich beginnen, uns selbst neu zu entdecken“, sagt der malische zeitgenössische Künstler Amadou Sanogo.

Entdeckt mehr unter g.co/MaliMagic online oder mit der kostenlosen Google Arts & Culture App für iOS und Android.