Wie kann Europa im KI-Rennen mithalten?
Am Dienstag öffnete das Google AI Center in Berlin seine Türen für den „Better World Summit“. Die in Zusammenarbeit mit LSE Generate organisierte Veranstaltung brachte Forscher*innen, politische Entscheidungsträger*innen und Gründer*innen zusammen, um eine zentrale Frage zu erörtern: Wie kann Europa im globalen KI-Wettlauf verantwortungsvoll vorangehen?
„Europe placed the human at the center. For centuries.“ (Youngjin Yoo, Professor of Digital Systems, LSE)
An der Spitze der nächsten KI-Welle
Der Tag begann mit einem Blick auf Europas Stärken in der KI-Landschaft. Slav Petrov, VP of Research bei Google DeepMind, und Professor Youngjin Yoo von der LSE legten in ihren Keynotes dar, welche Vorteile der Standort Europa besitzt und wie er sich diese im globalen KI-Rennen zu Nutze machen kann. Beide Redner betonten die Bedeutung einer Technologie-Entwicklung, die den Menschen und das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellt.
„Responsibility is not an obstacle to innovation—it is the very foundation of it.“ (Dr. Slav Petrov, Vice President Research, Google Deepmind)
Finanzierung und Regulierung von KI
Im ersten Panel des Tages ging es mit Finanzierung und Regulierung um das Fundament einer europäischen KI-Architektur. Robert Heinrich vom BMDS betonte darin die Notwendigkeit, die erforderlichen Kompetenzen auszubauen. „Wir müssen die Technologie verstehen, bevor wir sie regulieren können.” Franziska Weindauer, CEO des AI Labs des TÜV ergänzte mit einem Zitat aus Harry Potter: „Ein Zauberstab alleine genügt nicht, man muss ihn auch beherrschen.“
Robert Heinrich, Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung mit Franziska Weindauer, CEO und Gründerin TÜV AI Lab
Arbeitswelt auf eine KI-orientierte Wirtschaft vorbereiten
KI wird viele Branchen grundlegend verändern, vor diesem Hintergrund ist die Weiterbildung der Arbeitskräfte wichtiger denn je. Liza Ateh, Head of Google.org EMEA, erörterte auf ihrem Panel, wie der Übergang zu einer KI-orientierten Wirtschaft inklusiv gestaltet werden kann. Man müsse zunächst die Sorgen der Menschen vor der neuen Technologie anerkennen, nur so könne man gleiche Chancen für alle schaffen.
Moderatorin Miriam Partington, Dr. Julia Stamm, Founder of SheShapesAI, Liza Ateh, Head of Google.org EMEA, LJ Silverman MBE, Head of LSE Generate
Schutz digitaler Freiheiten
Das Panel an Nachmittag befasste sich mit ethischen Grenzen von KI. Die Runde erörterte komplexe Fragen – von der Abwägung zwischen der Entfernung schädlicher Inhalte und der Meinungsfreiheit bis hin zum Schutz vor Manipulationen durch Desinformation.
Nahema Marchal, Senior Research Scientist Ethics & Society, Google Deepmind
Dialog durch Musik
Emotionaler Höhepunkt des Tages war zweifellos der Auftritt von Musiker*innen der Barenboim-Said-Akademie unter Leitung von Professorin Yael Kareth - eine musikalische Begegnung über Verbindung, Umbruch und menschliche Kreativität im Zeitalter Künstlicher Intelligenz.
Die Musiker*innen der Barenboim-Said-Akademie: Blangelys Margarita Hidalgo Mijares, Eesa Khoury, Erik Mirzoyan, Mathilde Weil, Milan Likhokon, Mohammadreza Bahrami, Parya Moulaei, Teorem Berkay Aksu, Prof. Yael Kareth
Was bleibt vom Better World Summit? Die Entwicklung verantwortungsvoller KI ist eine Aufgabe von uns allen – Wissenschaft, Kunst, Unternehmen, Politik und Gesellschaft. Wir freuen uns darauf, diese Arbeit fortzusetzen und Europas Renaissance im Bereich verantwortungsvoller Technologie zu unterstützen. Bis zum nächsten AI Forum im Google AI Center Berlin!
Das Team von LSE Generate und Google am Ende eines inspirierenden Tages, Alle Fotos: Lars Hübner