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Wie Sebnem Reisenden hilft, das Klima zu schonen

Ein Selfie von Sebnem Erzan. Im Hintergrund ist das Meer und ein Sonnenuntergang zu sehen.

This article is also available in English. You can find it below the German version. Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch. Ihr findet die englische Version weiter unten.

„Mama, warum fliegen wir so viel? Warum fahren wir im Urlaub von Ort zu Ort? Und warum reisen wir nicht mit der Bahn?” Durch solche bohrenden Fragen machen Sebnems Töchter, heute 14 und 17 Jahre alt, ihrer Mutter seit Jahren immer wieder klar, wie wichtig ihnen das Thema Klimaschutz ist. „Sie fingen an, uns mehr und mehr herauszufordern”, erzählt Sebnem lachend. Die heutige Jugend sei eben die erste Generation, die durch das Internet weltweit Zugang zu allen Informationen habe, auch über den Klimawandel. So hätten ihre Töchter wie viele andere Jugendliche ein besonderes Bewusstsein für die Umwelt entwickelt. Ein Bewusstsein, das auch Sebnems Arbeit bei Google nachhaltig geprägt hat.

Ein Factsheet über Sebnem Erzan mit Details aus ihrem Leben

Seit drei Jahren leitet Sebnem von Zürich aus den Bereich „Sustainable Travel“, also nachhaltiges Reisen, bei Google. Dies umfasst unterschiedliche Produkte wie die Suche nach Flügen oder Hotels. Sebnems Team hat innerhalb von „Google Flüge“ ein Tool entwickelt, in dem neben der jeweiligen Flugverbindung auch Schätzungen der damit verbundenen CO₂-Emissionen angezeigt werden. Die Daten basieren neben der Streckenlänge auch auf zusätzlichen Informationen wie der Art des Flugzeugs oder der Anordnung der Sitzplätze. Die Funktion hilft Reisenden bei der Wahl der besten Verbindung. Denn neben Preis und Reisedauer sind auch klimaschädliche Emissionen für immer mehr Menschen ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Screenshot von der Google Hotelsuche für klimafreundliche Hotels in Düsseldorf

Dies gilt neben der Anreise auch für die Suche nach der richtigen Unterkunft vor Ort. Viele Hotels achten mittlerweile auf klimafreundliches Wirtschaften. Die kleinen Schilder, die Gäste dazu ermutigen, ein Handtuch länger als einen Tag zu benutzen, sind längst Standard. Aber „klimafreundlich” heißt für Sebnem eben mehr: „Sind die elektrischen Geräte stromsparend? Werden Bio-Lebensmittel verwendet? Und wie energieeffizient sind die Gebäude?” Um die Suche nach besonders umweltfreundlich geführten Hotels zu erleichtern, hat Sebnem mit ihrem Team ein kleines grünes Blatt als Symbol eingeführt. Dieses wird in den Hotel-Suchergebnissen direkt neben der Hotel-Bewertung als Beleg für dessen nachhaltiges Wirtschaften angezeigt. Zertifiziert werden die Hotels durch über 30 unabhängige Prüfstellen auf der ganzen Welt, die die Unterkünfte besuchen und auf Energieeffizienz, Wassereinsparung und weitere ökologische Standards überprüfen.

Sebnem Erzan mit ihren beiden Töchtern

Mit solchen Produkten hofft Sebnem möglichst vielen Menschen, klimafreundliche Entscheidungen beim Reisen zu erleichtern. Sie selbst hat dank ihrer Töchter auch ihre eigene Reiseplanung stärker hinterfragt. Flugreisen mit der Familie wurden reduziert. Wann immer möglich, fahren sie mit dem Zug. Und wenn ein Flug unerlässlich ist, planen sie einen längeren Aufenthalt um diesen herum. Auch beim täglichen Konsum achtet Familie Erzan stets auf Nachhaltigkeit. „Meine Töchter machen immer alle darauf aufmerksam, nichts zu verschwenden”. Ein Auto hat die Familie zwar noch, allerdings kommt es nur noch selten zum Einsatz.

Bei ihrer Arbeit haben sich Sebnem und ihr Team inzwischen mit führenden Reise-Suchanbietern zusammengetan, um die Berechnung der Flugemissionen zu standardisieren. Die „Travellers Coalition” (Booking, Skyscanner, Expedia, Trip.com, Visa, Tripadvisor und Google) berechnet seitdem Emissionen auf Basis derselben Formel. Ein großer Schritt für Nutzer:innen und die Umwelt, denn eine solche Zusammenarbeit unter Reiseplattformen gab es vorher noch nie.

Ob privat oder in ihrer Arbeit – Sebnem setzt sich gerne hohe Ziele. Und wenn sie noch mehr Ansporn braucht, holt sie einfach die Meinung ihrer Töchter ein. Und Sebnem hat schon eine Ahnung, was sie dann sagen werden: „Mama, da geht noch mehr!”


"Mom, why are we flying so often? Why do we go from place to place on vacation? And why don't we travel by train?" With probing questions like these, Sebnem's daughters, now 14 and 17 years old, have been making it clear to their mother for years how important the topic of climate protection is to them. "They started to challenge us more and more," says Sebnem, laughing. Today's young people are the first generation to have access to all information worldwide via the Internet, including information about climate change. Like many other young people, her daughters have developed a special awareness of the environment. An awareness that has also had a lasting impact on Sebnem's work at Google.

A fact sheet about Sebnem Erzan with details of her life

For the past three years, Sebnem has headed the “Sustainable Travel” department at Google from Zurich. This includes different products such as searching for flights or hotels. Sebnem's team has developed a tool within "Google Flights" that displays not only the respective flight connection but also estimates of the associated CO₂ emissions. In addition to the route length, the data is also based on additional information such as the type of aircraft or the arrangement of the seats. The feature helps travelers choose the best connection. In addition to price and travel duration, climate-damaging emissions are also an important decision-making criterion for more and more people.

In addition to the means of travel, this also applies to the search for the right accommodation. Many hotels now pay attention to climate-friendly management. The little signs encouraging guests to use a towel for more than a day have long been standard. But for Sebnem, “climate-friendly” means more: “Are the electrical devices energy-saving? Is organic food used? And how energy efficient are the buildings?” In order to facilitate the search for hotels that are particularly environmentally friendly, Sebnem and her team introduced a small green leaf as a symbol. This is displayed in the hotel search results next to the hotel rating as proof of its sustainable management. The hotels are certified by more than 30 independent testing bodies around the world, who visit the accommodations and check for energy efficiency, water saving and other ecological standards.

With such products, Sebnem hopes to make climate-friendly travel choices easier for as many people as possible. Thanks to her daughters, she has also questioned her own travel planning more. Family air travel has been reduced. Whenever possible, they take the train. And if a flight is essential, they plan a longer layover around it. The Erzan family also always pays attention to sustainability in their daily consumption. "My daughters always remind everyone not to waste anything." The family still has a car, but it is rarely used.

Meanwhile, in their work, Sebnem and her team have partnered with leading travel search providers to standardize the calculation of flight emissions. Since then, the Travalyst Coalition (Booking, Skyscanner, Expedia, Trip.com, Visa, Tripadvisor and Google) has calculated emissions based on the same formula. A big step for users and the environment, because such cooperation between travel platforms has never existed before.

Whether privately or at work – Sebnem likes to set high goals. And if she needs even more encouragement, she simply seeks the opinion of her daughters. And Sebnem already has an idea what they will say: "Mom, there is more!"