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Google Arts & Culture

Klimts verlorene Meisterwerke digital rekonstruiert - mit Hilfe von Machine Learning

Nur wenige Künstlerinnen und Künstler genießen weltweit so große Bekanntheit wie Gustav Klimt. Auf Google Arts & Culture beleuchtet die Onlineretrospektive "Klimt vs. Klimt" ab heute Leben und Werk des Künstlers im Detail. Durch Machine Learning konnten Fotos verlorener Klimt-Gemälde rekoloriert werden, während eine "Pocket Gallery" einige seiner legendären Werke in Augmented Reality und 3D in eure Wohnzimmer bringt. Zusammen mit mehr als 120 Geschichten über Klimts Kunst und Persönlichkeit, einem virtuellen Rundgang durch sein Atelier und vielen weiteren Highlights aus den Sammlungen von über 30 Kultureinrichtungen auf der ganzen Welt bildet "Klimt vs. Klimt" eine der umfassendsten Online-Erfahrungen über den Künstler.

Gustav Klimts Nachlass wirft viele ungelöste Fragen auf - nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass etwa 20 Prozent seiner Kunstwerke im Laufe der Geschichte verloren gegangen sind. Zu den prominentesten und schmerzlichsten Verlusten gehören die so genannten Fakultätsbilder, die im Auftrag der Universität Wien entstanden und von dieser als zu wissenschaftskritisch abgelehnt wurden. Im Jahr 1945, nur wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs, fielen die Gemälde einem Brand im österreichischen Schloss Immendorf zum Opfer. Wie diese Gemälde aussahen, ließ sich nur anhand von Schwarz-Weiß-Fotografien aus den frühen 1900er Jahren erahnen. Die Fotos konnten nicht die Faszination vermitteln, die Klimts Kunstwerke so fesselnd macht - die kräftigen Farben, die revolutionäre Herangehensweise an Texturen, die schockierende Direktheit seiner Figuren. Bis heute.

Geleitet von der Expertise des international renommierten Klimt-Forschers und Kurators am Wiener Belvedere, Dr. Franz Smola, konnte das Team des Google Arts & Culture Lab Machine Learning einsetzen, um zu rekonstruieren, welche Farben Klimt für die Fakultätsbilder verwendet haben könnte. Zum ersten Mal seit 70 Jahren können die Kunstwerke nun so erlebt werden, wie Klimt sie geschaffen haben könnte.

Klimts Gemälde zum Leben erweckt

Die Gemälde sind das eigentliche Herzstück von "Klimt vs. Klimt". Die Retrospektive versammelt 124 der berühmtesten Meisterwerke des Künstlers sowie weniger bekannte Werke und stellt eine von Experten kuratierte Auswahl in einer immersiven Augmented-Reality- und 3D-Pocket Gallery zusammen. Ermöglicht wurde dies durch eine Zusammenarbeit von Google Arts & Culture mit über 30 Partnern und Institutionen - darunter das Belvedere, die Albertina, die Klimt Foundation, die Neue Galerie New York und das Metropolitan Museum of Arts. Mehr als 60 Meisterwerke von Klimt wurden mit der Art Camera von Google ultrahochauflösend aufgenommen: So kann zum Beispiel “Der Kuss” so nah wie nie zuvor betrachtet werden.

Ein Treffen mit dem Experten - Dr. Franz Smola

Während der Arbeit an "Klimt vs. Klimt" wurde das Google Arts & Culture-Team von Dr. Franz Smola beraten und angeleitet, der weltweit als einer der führenden Klimt-Experten gilt. Er hat uns einige Fragen zur Arbeit an dem Projekt beantwortet:

Ein Foto von Dr. Franz Smola auf einem Balkon

Dr. Franz Smola

Lieber Herr Smola, warum sind die Fakultätsbilder von Klimt so bedeutend?

Klimts drei Fakultätsbilder gehören zu den großformatigsten Kunstwerken, die Klimt je geschaffen hat, und sie stellen auf dem Gebiet der symbolistischen Malerei Klimts Meisterwerk dar.

Was denken Sie über die neu kolorierten Versionen?

Für die überwältigende Wirkung dieser Gemälde waren die Farben entscheidend und sie erregten bei Klimts Zeitgenossen großes Aufsehen. Daher ist die Rekonstruktion der Farben gleichbedeutend mit der Anerkennung des wahren Stellenwertes und der Bedeutung dieser herausragenden Gemälde.

Wie trägt die digitale Präsentation zur Wahrnehmung von Klimt und seinen Kunstwerken bei?

Ich bin sehr beeindruckt von den fantastischen Bildern, die mit der von Google Arts & Culture entwickelten Art Camera aufgenommen wurden. Sie ermöglichen es, ein Kunstwerk wirklich zu erforschen, in seine Textur und Farbgebung einzutauchen und jedes Detail auf die einfachste Art und Weise zu entdecken. Mir gefällt auch, wie Technologie es ermöglicht, Ideen zum Leben zu erwecken, die bisher nur hypothetisch waren - ich denke da an die Pocket Gallery, die eine Auswahl von Klimts Gemälden enthält, darunter auch einige, die verloren gegangen sind, oder an die rekolorierten Fakultätsbilder. Das Projekt selbst eröffnete darüber hinaus viele neue Perspektiven und kreative Prozesse.

Wenn Klimt noch leben würde - wie würde er wohl die digitalen Technologien für sich nutzen?

Klimt war ein sehr visueller Mensch. Er hat sein Werk weitgehend unkommentiert gelassen und Interessierten empfohlen, sich allein damit auseinanderzusetzen. Auch das Projekt "Klimt vs. Klimt" nutzt in erster Linie visuelle, nonverbale Mittel, um Klimts Werk zu vermitteln, was dem Charakter Klimts sehr entgegenkommt. Und Klimt lebte gerne sehr zurückgezogen in seinem Atelier, zu dem nur wenige Zugang hatten. Ich bin mir sicher, dass ihm die Vorstellung gefallen hätte, von diesem abgelegenen und ruhigen Ort ins Internet zu springen, Zugang zu Millionen von Kunstwerken zu haben und zu sehen, wie seine Kunst in der ganzen Welt verbreitet und kommuniziert wird.

Um "Klimt vs. Klimt" zu entdecken, besucht g.co/klimtvsklimt oder ladet euch die kostenlose Google Arts & Culture App für iOS oder Android herunter.