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Google I/O 2021: Hilfreicher sein in Momenten, in denen es darauf ankommt

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Es ist großartig, dieses Jahr wieder unsere Entwicklerkonferenz I/O auszurichten. Als ich heute Morgen zu unserem Campus in Mountain View fuhr, fühlte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein Gefühl der Normalität. Natürlich ist es nicht dasselbe, wenn unsere Entwickler-Community nicht hier vor Ort ist. COVID-19 hat im vergangenen Jahr Menschen weltweit tief getroffen und fordert weiterhin seinen Tribut. Länder wie Brasilien und mein Heimatland Indien erleben derzeit ihre schwierigsten Momente der Pandemie. Unsere Gedanken sind bei allen, die von der Corona-Pandemie betroffen sind – und wir hoffen alle auf baldige Besserung.

Das letzte Jahr hat vielem eine neue Perspektive gegeben. Bei Google hat unsere Mission, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen, eine neue Bedeutung bekommen. Wir arbeiten weiterhin daran, diese Mission mit einem einzigartigen Ziel zu erreichen: ein Google, das noch hilfreicher für alle ist. Das bedeutet, den Menschen in den entscheidenden Momenten behilflich zu sein und jedem von euch die Tools an die Hand zu geben, die ihr braucht, um beispielsweise zu lernen, etwas für eure Gesundheit zu tun oder um glücklich zu sein.


Helfen in entscheidenden Momenten

Manchmal geht es darum, in entscheidenden Momenten zu helfen: Letztes Jahr haben wir beispielsweise 150 Millionen Schüler:innen und Pädagog:innen dabei unterstützt, gemeinsam virtuell mit Google Classroom zu lehren und zu lernen. In anderen Fällen geht es darum, in kleinen Momenten behilflich zu sein, die aber in Summe für alle eine große Veränderung bedeuten. Ein Beispiel ist die Einführung einer neuen Berechnung von Routen in Google Maps. Diese KI-unterstützte Funktion kann Straßen-, Wetter- und Verkehrsbedingungen erkennen, bei denen ihr wahrscheinlich stark abbremsen müsst. Unser Ziel ist es, dass es damit jedes Jahr bis zu 100 Millionen Mal seltener zu möglichen Unfällen durch starkes Bremsen kommt.


Die Zukunft der Arbeit neu denken

Eine der größten Möglichkeiten, wie wir helfen können, besteht darin, die Zukunft der Arbeit neu zu definieren. Im letzten Jahr hat sich die Arbeit für viele komplett verändert: Anstatt ins Büro zu gehen, haben viele beispielsweise in der eigenen Küche gearbeitet. Viele Unternehmen, einschließlich Google, bieten weiterhin mehr Flexibilität – auch dann, wenn es wieder sicherer ist, gemeinsam im Büro zu arbeiten. Tools für die Zusammenarbeit waren noch nie so wichtig wie heute. Mit dem Smart Canvas-Erlebnis in Google Workspace haben wir eine noch umfassendere Möglichkeit angekündigt, besser zusammenzuarbeiten.

Ein GIF zeigt das neue Smart Canvas Feature

Die Smart Canvas-Integration in Google Meet

Eine verantwortungsvolle nächste Generation von KI

Wir haben in den vergangenen 22 Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt, dank unserer Entwicklungen in einigen der herausforderndsten Bereichen der Künstlichen Intelligenz – einschließlich Übersetzungen, Bildern und Sprache. Diese Fortschritte haben zu Verbesserungen in allen Google-Produkten geführt. So könnt ihr beispielsweise mit dem Dolmetschermodus von Google Assistant mit jemandem in einer anderen Sprache sprechen, eure liebsten Erinnerungen in Google Fotos ansehen oder Google Lens verwenden, um ein kniffliges mathematisches Problem zu lösen.

Wir haben KI auch eingesetzt, um die Erfahrungen für Milliarden von Menschen mit der Google Suche zu verbessern, indem wir die Fähigkeit eines Computers, natürliche Sprache zu verarbeiten, erheblich verbessert haben. Es gibt jedoch immer noch Momente, in denen Computer uns noch nicht verstehen. Das liegt daran, dass Sprache äußerst komplex ist: Wir verwenden sie, um Geschichten zu erzählen, Witze zu machen oder Ideen auszutauschen. Diese Fülle und Vielseitigkeit von Sprache macht sie zu einem der größten Werkzeuge der Menschheit und zu einer der größten Herausforderungen der Informatik.

Heute freue ich mich, euch unsere neuesten Forschungsergebnisse zum Verständnis natürlicher Sprachen vorstellen zu können: LaMDA ist ein Open Domain Sprachmodell für Dialoganwendungen. Es ist so konzipiert, dass ihr euch zu jedem Thema unterhalten könnt. Zum Beispiel versteht LaMDA einiges über den Planeten Pluto. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler mehr über den Weltraum erfahren möchte, kann sie oder er Fragen über Pluto stellen und das Modell antwortet mit relevanten Antworten. So wird das Lernen noch unterhaltsamer und ansprechender. Wenn Lernende das Thema wechseln möchten – und zum Beispiel wissen möchten, wie sie ein stabiles Papierflugzeug falten können – kann LaMDA die Konversation fortsetzen, ohne dass das Modell erneut trainiert werden muss.

Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie LaMDA unserer Meinung nach Informationen und Computer zugänglicher und benutzerfreundlicher machen kann (und darüber könnt ihr hier mehr erfahren).

Wir erforschen und entwickeln seit vielen Jahren Sprachmodelle. Wir konzentrieren uns darauf, sicherzustellen, dass LaMDA unsere hohen Standards in Bezug auf Fairness, Genauigkeit, Sicherheit und Datenschutz erfüllt und dass es in Übereinstimmung mit unseren KI-Prinzipien entwickelt wird. Wir freuen uns darauf, Funktionen für die Kommunikation in Produkten wie Google Assistant, der Google Suche und Workspace zu integrieren. Zudem sind wir gespannt, wie Entwicklerinnen und Entwickler und Kunden diese Funktionen auch selbst einsetzen können.

LaMDA ist ein großer Fortschritt für die natürliche Unterhaltung, aber es wird immer noch nur für Text trainiert. Wenn Menschen miteinander kommunizieren, tun sie dies über Bilder, Text, Audio und Video hinweg. Wir müssen also multimodale Modelle (MUM) entwickeln, mit denen Menschen auf natürliche Weise Fragen zu verschiedenen Arten von Informationen stellen können. Mit MUM könnt ihr eines Tages einen Roadtrip planen, indem ihr Google bittet, „eine Route mit wunderschönem Ausblick auf die Berge zu finden“. Das ist nur ein Beispiel dafür, welche Fortschritte wir mit der Google Suche im Bereich natürlicher und intuitiver Interaktionsmöglichkeiten machen.


Die Grenzen des Computing ausloten

Übersetzung, Bilderkennung und Spracherkennung haben den Grundstein für komplexe Modelle wie LaMDA und multimodale Modelle gelegt. Mit unserer Infrastruktur treiben wir diese Fortschritte weiter voran und halten sie damit aufrecht. Und TPUs, unsere maßgeschneiderten maschinellen Lernprozesse, sind ein großer Teil davon. Heute haben wir unsere nächste Generation von TPUs angekündigt: die TPUv4. Diese werden vom v4-Chip unterstützt, der mehr als doppelt so schnell ist wie die Vorgängergeneration. Ein Pod kann mehr als einen Exaflop liefern, was der Rechenleistung von 10 Millionen Laptops entspricht. Dies ist das schnellste System, das wir jemals bereitgestellt haben, und ein historischer Meilenstein für uns. Zuvor musste man einen Supercomputer entwickeln, um überhaupt zu einem Exaflop zu gelangen. Und wir werden bald Dutzende von TPUv4-Pods in unseren Rechenzentren in Betrieb haben, von denen viele mit knapp 90 Prozent CO2-freier Energie betrieben werden. Sie werden unseren Cloud-Kunden später in diesem Jahr zur Verfügung stehen.

Bilder der TPU v4 und eines Rechenzentrums

(Links) TPU v4; (Rechts) TPU v4-Pods in unserem Rechenzentrum in Oklahoma

Es ist unglaublich aufregend zu sehen, wie schnell diese Innovationen voranschreiten. Wenn wir weiter in die Zukunft blicken, gibt es Arten von Problemen, die das klassische Computing nicht in angemessener Zeit lösen kann. Quantencomputer können dabei helfen. Unser Durchbruch beim Quantencomputing war eine enorme Leistung. Dennoch stehen wir am Anfang einer Reise, die mehrere Jahre dauern kann. Wir arbeiten weiter daran, unseren nächsten großen Meilenstein im Bereich Quantencomputing zu erreichen: der Bau eines Quantencomputers, der das Fehlerkorrekturverfahren durchlaufen hat und der uns helfen könnte, die Batterieeffizienz zu steigern, nachhaltigere Energie zu erzeugen und die Pharmaforschung zu verbessern. Um dort hinzukommen, haben wir einen neuen hochmodernen Quantum AI-Campus mit unserem ersten Quantum-Rechenzentrum und Produktionsanlagen für Quantenprozessor-Chips eröffnet.

Bild des neuen Quantum-AI Campus

Ein Blick in unseren neuen Quantum-AI Campus

Sicherer mit Google

Wir bei Google wissen, dass unsere Produkte nur hilfreich sein können, wenn sie sicher sind. Und Fortschritte im Bereich der Informatik und KI tragen dazu bei, unsere Produkte weiter zu verbessern. Wir schützen mehr Nutzerinnen und Nutzer, indem wir mehr Malware, Phishing-Versuche, Spam-Nachrichten und potenzielle Cyber-Angriffe blockieren als viele andere auf der Welt.

Wir konzentrieren uns darauf, mit weniger Daten mehr zu erreichen. Vor zwei Jahren habe ich bei der I/O die Funktion des „Automatischen Löschens“ angekündigt. Damit werden Nutzerinnen und Nutzer aufgefordert, ihre Aktivitätsdaten automatisch und kontinuierlich zu löschen. Mittlerweile haben wir das automatische Löschen zum Standard für alle neuen Google-Konten gemacht. Nach 18 Monaten löschen wir ihre Aktivitätsdaten automatisch, sollte die Nutzerin oder der Nutzer keine anderen Einstellungen vorgenommen haben. Die Funktion ist bereits für mehr als zwei Milliarden Konten aktiv.

Alle unsere Produkte orientieren sich an drei wichtigen Prinzipien: 

  1. Mit einer der fortschrittlichsten Sicherheitsinfrastrukturen der Welt sind unsere Produkte standardmäßig sicher.

  2. Wir halten uns strikt an verantwortungsbewusste Datenpraktiken, sodass jedes Produkt, das wir entwickeln, standardmäßig datenschutzfreundlich ist.

  3. Wir erstellen benutzerfreundliche Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen, damit ihr die Einstellungsmöglichkeiten selbst in die Hand nehmen könnt.


Langfristige Forschung: Project Starline

Wir alle haben es zu schätzen gelernt, dass wir vor allem über das vergangene Jahr hinweg durch Videokonferenzen mit Familie und Freunden in Kontakt bleiben und Schulen und Unternehmen weiter betrieben werden konnten. Aber es gibt keinen Ersatz dafür, mit jemandem von Angesicht zu Angesicht in einem Raum zu sein.

Vor einigen Jahren haben wir ein Projekt namens Project Starline ins Leben gerufen. Mithilfe von hochauflösenden Kameras und speziell angefertigten Tiefensensoren erfasst es eure Gestalt und euer Aussehen aus mehreren Perspektiven und fügt diese dann zu einem extrem detaillierten, Echtzeit-3D-Modell zusammen. Die resultierenden Daten sind viele Gigabit pro Sekunde groß. Um ein Bild dieser Größe über vorhandene Netzwerke zu senden, haben wir neuartige Komprimierungs- und Streaming-Algorithmen entwickelt, welche die Daten um einen Faktor von mehr als 100 reduzieren. Außerdem haben wir ein bahnbrechendes Light-Field-Display entwickelt, das euch die realistische Darstellung einer Person zeigt, die vor euch sitzt.

Wir haben Tausende von Stunden damit verbracht, diese Technologie in unseren eigenen Büros zu testen – und die Ergebnisse sind vielversprechend. Auch unsere Partner sind begeistert, und wir arbeiten mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Gesundheitswesen und den Medien zusammen, um erstes Feedback einzusammeln. Durch technische Fortschritte, die unser gesamtes Kommunikationsportfolio verbessern werden, haben wir die Grenzen der Remote-Zusammenarbeit erweitert. Wir freuen uns darauf, euch in den kommenden Monaten darüber auf dem Laufenden zu halten.

Ein Bild eines Menschen vor einem Bildschirm

Eine Person, die mit jemandem via Project Starline spricht.

Wie wir komplexe Herausforderungen der Nachhaltigkeit lösen

Ein weiterer Bereich unserer Forschung ist die Arbeit für mehr Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit ist seit mehr als 20 Jahren ein zentraler Wert für uns. Wir waren das erste große Unternehmen, das 2007 klimaneutral wurde. 2017 waren wir eines der ersten Unternehmen weltweit, das seinen Betrieb zu 100 % mit erneuerbarer Energie deckte, und wir arbeiten weiter hart daran, dass es auch so bleibt. Im vergangenen Jahr haben wir all unsere CO2-Emissionen seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1998 ausgeglichen.

Unser nächstes Ziel ist unser bisher größtes: der Rund-um-die-Uhr-Betrieb mit CO2-freier Energie bis zum Jahr 2030. Dies stellt einen bedeutenden Schritt gegenüber den derzeitigen Ansätzen dar und ist ein sogenannter Moonshot in der gleichen Größenordnung wie Quantencomputing. Es stellt uns ebenso vor schwierige Probleme, die es zu lösen gilt – so möchten wir CO2-freie Energie an jedem Ort, an dem wir tätig sind, beschaffen können – und wollen zudem sicherstellen, dass das System jede Stunde an jedem Tag laufen kann.

Aufbauend auf der ersten Carbon-Intelligent-Computing-Plattform, die wir letztes Jahr eingeführt haben, werden wir bald das erste Unternehmen sein, das eine CO2-basierte, intelligente Verlagerung von Rechenarbeiten über Zeit und Raum innerhalb unseres globalen Netzwerks von Rechenzentren implementiert. Nächstes Jahr um diese Zeit werden wir mehr als ein Drittel der nicht produktiven Rechenleistung zu Zeiten und an Orten mit größerer Verfügbarkeit von CO2-freier Energie verlagern. Und wir arbeiten daran, unsere Cloud-KI auf neuartige Bohrtechniken und faseroptische Sensorik anzuwenden, um an mehr Orten geothermische Energie zu liefern. Damit starten wir nächstes Jahr in unseren Rechenzentren in Nevada.

Investitionen wie diese sind notwendig, um rund um die Uhr CO2-freie Energie zu erhalten, das gilt auch für Mountain View, Kalifornien – unserem Hauptsitz. Wir bauen unseren neuen Campus nach den höchsten Nachhaltigkeitsstandards. Nach der Fertigstellung werden die neuen Gebäude mit der ersten „Solar-Haut“ in Drachenform ausgestattet sein, welche 90.000 silberne Solarpaneele enthält und eine Leistung von fast sieben Megawatt erzeugen kann. Sie werden das größte geothermische Pfahlsystem Nordamerikas beherbergen, um die Gebäude im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen.

(Links) Gerenderte Abbildung unseres neuen Charleston East Campus in Mountain View, Kalifornien; (Rechts) Modell-Abbildung der Solar-Haut in Drachenform.

(Links) Gerenderte Abbildung unseres neuen Charleston East Campus in Mountain View, Kalifornien; (Rechts) Modell-Abbildung der Solar-Haut in Drachenform.

Ein Hoch auf die Technologie

Bei der I/O feiern wir nicht nur Technologie, sondern auch die Menschen, die sie nutzen und entwickeln – einschließlich der Millionen von Entwicklerinnen und Entwickler weltweit, die heute virtuell dabei waren. Im vergangenen Jahr haben wir gesehen, welch enormen Stellenwert Technologie im Leben vieler Menschen hat und wofür sie diese nutzen: um gesund und sicher zu bleiben, um zu lernen und sich weiter zu entwickeln, um sich zu vernetzen – und um sich gegenseitig durch schwierige Zeiten zu helfen. Es war wirklich inspirierend und hat uns mehr denn je dazu gebracht, in den entscheidenden Momenten für unsere Nutzerinnen und Nutzer da zu sein.

Ich freue mich schon auf die I/O im nächsten Jahr. Bis dahin, passt auf euch auf und bleibt gesund!