In 5 Schritten zu mehr Online-Sicherheit

09 Okt 2026

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Ob beim Surfen, Arbeiten oder Kommunizieren: Mit diesen fünf einfachen Schritten und Google-Funktionen stärkt ihr euren digitalen Schutz im Handumdrehen.


Jessica Schäfer

Program Manager GSEC Munich


3 gezeichnete Fallschirme am Himmel mit Google Logo

Ob beim Online-Einkauf, beim Teilen von Urlaubserinnerungen oder beim schnellen Beantworten von E-Mails unterwegs: Digitale Tools erleichtern unseren Alltag enorm. Gleichzeitig verändern sich auch die Methoden von Online-Betrüger*innen und Cyberkriminellen stetig – von ausgeklügelten Phishing-Versuchen bis hin zu täuschend echten Betrugsmaschen.

Der internationale „Cybersecurity Awareness Month" jährlich im Oktober ist eine gute Gelegenheit, um bei den eigenen digitalen Gewohnheiten kurz innezuhalten und diese zu überprüfen. Sicherheit im Netz muss dabei weder kompliziert noch zeitraubend sein. Unser Grundsatz bei Google lautet: „Secure by design“ – modernste Schutzmechanismen sind direkt in unsere Produkte integriert, viele Bedrohungen werden automatisch abgewehrt, noch bevor sie Nutzer*innen jemals erreichen.

Doch die wirksamste Schutzmauer entsteht dort, wo smarte Technologien und bewusste Nutzung Hand in Hand gehen. Hier sind fünf konkrete Tipps und Tools, mit denen ihr eure digitale Sicherheit sofort auf das nächste Level hebt:

1. In zwei Minuten zur Sicherheits-Routine: Der Google Sicherheitscheck

Selbst die besten Einstellungen geraten im Alltag schnell in Vergessenheit: Auf welchen Geräten ist mein Konto eigentlich noch angemeldet? Welche Drittanbieter-Apps haben noch Zugriff?

Screenshot vom Sicherheitscheck
  • Der Google Sicherheitscheck: myaccount.google.com/security-checkup
  • So funktioniert’s: Der Google Sicherheitscheck führt euch Schritt für Schritt durch eine personalisierte Sicherheitsanalyse. Mit wenigen Klicks erkennt ihr veraltete Anmeldungen, ungenutzte App-Verknüpfungen oder fehlende Wiederherstellungsoptionen. Ein grünes Häkchen signalisiert sofort, dass alles optimal geschützt ist.
  • Tipp für den Alltag: Markiert euch den Sicherheitscheck als Quartals-Erinnerung im Kalender. So bleibt euer Google-Konto dauerhaft auf dem neuesten Stand.

2. Schluss mit Passwort-Stress: Wechselt auf Passkeys

Einfache Passwörter wie „Herbst123456“ sind das Einfallstor Nummer eins für Phishing und Datenlecks. Passkeys sind der moderne, phishing-resistente Nachfolger des klassischen Passworts. Anders als beim traditionellen Passwort findet die Anmelde-Autorisierung mit dem eigenen Fingerabdruck, einem Gesichtsscan oder der Bildschirmsperre auf allen Geräten, Apps und Websites statt. Der Wechsel zu Passkeys ist der größte Meilenstein in der Online-Sicherheit der letzten Jahre. Unsere Teams im GSEC München haben maßgeblich daran mitgewirkt, Passkeys direkt in das Google-Konto und Android zu integrieren, um die passwortlose Zukunft für alle nutzbar zu machen.

GIF von der Anwendung von Passkeys
  • Die Funktion: Passkeys im Google-Konto und Google Passwortmanager.
  • So funktioniert’s: Statt kryptischer Zeichenfolgen nutzt ihr zur Anmeldung einfach das, was ihr ohnehin täglich entsperrt: euren Fingerabdruck, die Gesichtserkennung oder die Geräte-PIN eures Smartphones oder Laptops. Ein Passkey kann nicht erraten, gestohlen oder versehentlich auf gefälschten Websites eingegeben werden, da der private Schlüssel sicher auf eurem Endgerät verbleibt.
  • Tipp für den Alltag: Richtet euren ersten Passkey direkt für euer Google-Konto ein und speichert Passkeys im Chrome-Browser, bzw. im Android-Passwortmanager, um euch auch bei Drittanbieter-Diensten künftig passwortlos anzumelden.

3. Vorausschauend surfen: „Erweitertes Safe Browsing“ in Google Chrome aktivieren

Gefälschte Online-Shops oder präparierte Download-Links tauchen oft innerhalb von Minuten auf und verschwinden wieder. Der Chrome-Schutz wird kontinuierlich von Münchner Ingenieur*innen verfeinert, um betrügerische Websites in Millisekunden zu erkennen, bevor Schaden entstehen kann. So schützt Chrome täglich Milliarden Nutzer*innen vor bösartigen Webseiten.

GIF zeigt die Anwendung von erweitertem Safe Browsing
  • Die Funktion: Erweitertes Safe Browsing (Enhanced Protection) in den Chrome-Sicherheitseinstellungen.
  • So funktioniert’s: Während der Standard-Schutz bekannte Bedrohungen anhand lokaler Listen abgleicht, prüft der erweiterte Schutz riskante Webseiten, Erweiterungen und Downloads in Echtzeit gegen Googles Cloud-Sicherheitsdatenbank. Versucht eine neue, noch unbekannte Phishing-Website eure Anmeldedaten abzufangen, schlägt Chrome proaktiv Alarm, bevor die Seite geladen wird.
  • Tipp für den Alltag: In Chrome unter “Einstellungen” → “Datenschutz → “Sicherheit” die Option „Erweiterter Schutz“ auswählen.

4. Smarter Spam- & Betrugsfilter: Google Messages und Gmail mit KI-Schutz

Ob fingierte SMS-Paketbenachrichtigungen („Smishing“) oder dringliche Zahlungsaufforderungen: Betrugsversuche landen meist direkt in der Inbox oder auf dem Smartphone.

GIF zeigt Spma Schutz in Gmail
  • Die Tools: Integrierter Spam-Schutz in Google Messages und Gmail.
  • So funktioniert’s: Durch den Einsatz fortschrittlicher maschineller Lernmodelle filtert Gmail automatisch mehr als 99,9 % aller Spam-, Phishing- und Malware-Mails heraus, bevor sie euren Posteingang erreichen. In der Google Messages-App auf Android scannt der integrierte Betrugsschutz eingehende SMS auf verdächtige Links und warnt euch vor potenziellen Betrugsmustern.
  • Tipp für den Alltag: Solltet ihr eine verdächtige Nachricht erhalten, klickt niemals auf darin enthaltene Kurzlinks. Meldet die Nachricht direkt in Google Messages oder in der Gmail-App als „Spam melden“, um die Schutzfilter für alle Nutzer*innen kontinuierlich zu verbessern.

5. Mehr Durchblick bei Medien und Inhalten: „Über dieses Bild“ in der Google Suche

Gerade in Zeiten generativer KI wird es immer anspruchsvoller zu beurteilen, ob ein Bild, ein Zitat oder ein Webfundstück authentisch ist oder aus dem Kontext gerissen wurde. Bei uns im GSEC München liegt ein starker Fokus auf dem Schutz vor Desinformation und der Förderung von Medienkompetenz im KI-Zeitalter. Tools wie "Informationen zu diesem Bild" sind das direkte Ergebnis dieser Arbeit, um euch im Alltag verlässliche Orientierung zu geben.

Circle to Search Symbolbild
  • Die Funktion: „Informationen zu diesem Bild“ und Kontext-Tools in der Google Suche.
  • So funktioniert’s: Mit einem Klick auf die drei Punkte neben einem Suchergebnis oder direkt über Google Lens könnt ihr die Herkunft eines Bildes prüfen. Die Funktion zeigt euch, wann das Bild erstmals von Google indexiert wurde, auf welchen anderen Nachrichtenseiten es aufgetaucht ist und ob Metadaten (wie SynthID-Wasserzeichen für KI-generierte Inhalte) vorliegen.
  • Tipp für den Alltag: Wendet bei erstaunlichen oder emotionalisierenden Schnappschüssen die SIFT-Methode an: Stop, Investigate source, Find trusted coverage, Trace back. (auf Deutsch etwa “Innehalten, Quelle prüfen, vertrauenswürdige Berichterstattung finden, Zurückverfolgen.”)
  • Ein kurzer Faktencheck schützt davor, Falschinformationen weiterzuverbreiten - Nutzt dafür einfach die Funktion „Informationen zu diesem Bild“ direkt in der Google Suche oder in Google Lens, um schnell und unkompliziert Hintergrundinformationen zur Quelle zu erhalten.

Eure digitale Sicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Routine, die mit den richtigen Werkzeugen ganz selbstverständlich nebenbei läuft. Dass diese Routine so einfach wie möglich gelingt, verdanken wir der kontinuierlichen Arbeit von Teams weltweit – und ganz besonders den Mitarbeitenden hier bei uns im Google Safety Engineering Center in München, Googles bedeutendem Zentrum für Privatsphäre- und Produktsicherheit.

Schon kleine Anpassungen wie die Aktivierung von Passkeys oder das Anschalten des erweiterten Schutzes in Chrome machen euer digitales Umfeld spürbar widerstandsfähiger. Schaut also immer wieder mal vorbei in unserem Google Sicherheitscenter, das Sicherheitstipps für Jung und Alt sowie für das gesamte Jahr bereithält.