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„Mich faszinieren vielschichtige Probleme, für die es keine eindeutigen Lösungen gibt“



Porträtfoto von Marisa Chow

Servus! Wer bist du? Und was machst du bei Google?

Servus! Ich bin Marisa und ich arbeite als Software-Entwicklerin an unterschiedlichen Privatsphäre-Tools im Münchener Google-Büro.

Was gefällt dir am Münchener Google-Büro? Was macht die Arbeit dort so spannend?

Das Münchener Office ist großartig! Es ist ein großes und wachsendes Büro mit nicht nur einer breiten Palette an Produkten und Teams, sondern auch Mitarbeiter:innen aus allen Teilen der Welt mit unterschiedlichem Hintergrund. Allein in meinem kleinen Team von fünf Mitarbeiter:innen sind vier Länder vertreten: USA, Russland, Brasilien und die Türkei. Da ich in einer kleinen Gemeinde aufgewachsen bin, schätze ich die Vielfalt der Menschen, mit denen ich zusammenarbeite. Es macht mir Spaß, zu erfahren, wie ihr Hintergrund die Art und Weise beeinflusst, wie sie Technologie, Datenschutz, aktuelle Ereignisse und das Leben in Deutschland sehen.

Und ganz besonders freue ich ich mich auf unser neues Google-Büro – die Arnulfpost –, das 2024 fertiggestellt werden soll. Das Büro wird mehr sein als nur ein Bürogebäude, vielmehr ein moderner Ort der Begegnung – auch für die Münchener Nachbarschaft.

Wie bist du nach München zu Google Deutschland gekommen? Hast du vorher Programmierkurse belegen müssen?

Mit dem Programmieren habe ich erst an der Universität begonnen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich schon, dass ich einen Einführungskurs in die Informatik belegen würde, aber ich hatte nicht vor, mich in meinem Studium darauf zu konzentrieren. Ich wollte mich vielmehr mit Literatur und Geisteswissenschaften beschäftigen. Aber es stellte sich heraus, dass es mir wirklich Spaß machte, Code zu schreiben und Projekte zu entwickeln. Also entschied ich mich schlussendlich für Informatik als Hauptfach. Kurz darauf hatte ich die Chance, im Rahmen des Student Training in Engineering Program (STEP) ein Praktikum bei Google in Mountain View (Kalifornien/USA) zu absolvieren – und ein zweites Praktikum folgte schnell. Nach dem Studium fing ich bei Google am Standort in New York City an. Nach 2 Jahren dort wollte ich das Team und das Büro wechseln, um einen anderen Teil von Google kennenzulernen. So kam ich Anfang letzten Jahres zu Google München und arbeite seitdem im Google Safety Engineering Center (GSEC) in einem Team, das sich um Datenschutz- und Privatsphäre-Einstellungen innerhalb unserer Produkte kümmert.

Diese Woche läuft noch der European Cybersecurity Month, eine EU-weite Kampagne, die es sich zum Ziel setzt, EU-Bürger:innen wie auch -Unternehmen für das Thema Online-Sicherheit zu sensibilisieren. Sind wir nicht längst schon vor allerlei Gefahren geschützt? Und warum nutzen noch immer so viele Menschen das Passwort ‚12345‘?

Online-Sicherheit ist ein äußerst wichtiges Thema, vor allem, weil sich heutzutage so viel in unserem Leben über das Internet abspielt. Online-Bedrohungen ändern sich ständig, also müssen sich auch Googles Warn- und Abwehrsysteme weiterentwickeln. Das Herausfordernde am Thema Sicherheit – selbst für jemanden wie mich, die täglich beruflich damit zu tun hat und in der Tech-Branche arbeitet – ist es, ständig auf der Hut zu sein. Aus diesem Grund verwenden viele Menschen Passwörter, die leicht zu merken sind, auch wenn sie nicht sehr sicher sind. (Wenn das auf euch zutrifft, ändert bitte unbedingt euer Passwort!) Die aufregendsten Entwicklungen im Bereich der Sicherheit sind diejenigen, die Nutzer:innen automatisch schützen, ohne dass sie sich ein verwirrendes und kompliziertes Passwort merken oder Abstriche bei ihrer Privatsphäre machen müssen. So wie Chrome Nutzer:innen vor vor gefährlichen und betrügerischen Websites warnt oder Gmail Phishing-Versuche erkennt. Nutzer:innen sollten beim Surfen stets wachsam sein, um sicherzustellen, dass ihre Daten in ihren Händen bleiben.

Du bist Teil der Google-internen Interessenvertretung Women@Google. Was verbirgt sich dahinter?

Women@Google ist eine globale Community, die Frauen aus verschiedenen Standorten und aus unterschiedlichen Abteilungen innerhalb des Unternehmens zusammenbringt. Lokale Communities bieten außerdem Events an mit tollen Speaker:innen, wir feiern verschiedene Umstände und bringen Teilnehmerinnen zusammen, die gerade vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Women@Google ist eine globale Community, die Frauen (und Allies) aus verschiedenen Standorten und aus unterschiedlichen Abteilungen innerhalb des Unternehmens zusammenbringt. Das Netzwerk bringt aber nicht nur Menschen zusammen, sondern fördert vor allem weibliche Talente. Women@Google wurde vor über einem Jahrzehnt gegründet und ist unsere größte Mitarbeiter-Interessenvertretung – wir sind mittlerweile mehr als 20.000 Mitglieder weltweit. Women@Google stützt sich auf drei zentrale Säulen: Karriereentwicklung, Kultur der Integration und soziale Auswirkungen auf die Gemeinschaft. Lokale Communities bieten außerdem Events an mit tollen Speaker:innen, wir feiern verschiedene Umstände und bringen Teilnehmerinnen zusammen, die gerade vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Warum sind solche Gruppen wichtig?

Als Frau in einer männerdominierten Tech-Domäne, kann es zunächst sehr einschüchternd sein, wenn du dich umschaust und nur wenige anderen Frauen siehst. Deshalb ist es für mich besonders wichtig gewesen, eine Community zu finden, um mehr Selbstvertrauen im Job zu haben – und unsere Women@Google- und Women in Tech-Events bei Google sind hier eine tolle Unterstützung in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn. Manchmal findest du die Worte nicht, um zu beschreiben, womit du gerade zu kämpfen hast, bis du jemanden triffst, die oder dem es genauso geht. Gleichzeitig weißt du manchmal nicht, wie du eine Hürde überwinden kannst, bis du jemanden triffst, der genau die gleiche oder ein ähnliche Hürde bereits genommen hat und dir auf deinem weiteren Weg helfen kann. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich auf meinem bisherigen Weg so viele tolle Frauen bei Google getroffen habe und auch ich anderen auf ihrem Weg Mut machen konnte.

Was begeistert dich am meisten an der Arbeit als Software-Entwicklerin?

Mich faszinieren vielschichtige Probleme, für die es keine eindeutigen Lösungen gibt – und es macht mir Spaß, Probleme in kleine Teile zu zerlegen, die leichter zu verstehen und zu lösen sind. Technologie im Bereich des Datenschutzes kann Fragen der Gesellschaft, Politik, Kultur, Identität, Ethik und vieles mehr berühren, und alle technischen Lösungen, die wir entwerfen, müssen diese Aspekte oft berücksichtigen. In meiner täglichen Arbeit spreche ich mit Datenschutzexpert:innen, anderen Entwickler:innen, die an Tools zum Schutz der Privatsphäre arbeiten, und Anwält:innen, die sich mit dem Thema Datenschutz befassen. Jede:r von ihnen hat ihr oder seine eigene Sichtweise auf die gleichen Probleme. Es handelt sich um ein weites und komplexes Themenfeld, bei dem es immer noch mehr zu entdecken gibt. Gleichzeitig kann ich entwerfen, wie Technologie Antworten auf einige der Herausforderungen geben kann, die ich sehe. Außerdem weiß ich, dass ich in einem Bereich arbeite, der für aktuelle Herausforderungen und unsere tägliche Nutzung der Technologie direkt relevant ist, was mich motiviert, mich weiterzuentwickeln.

Was hält Frauen von der Tech-Industrie ab? Was sind deine Gedanken hierzu?

Als ich jung war, hat mich Programmieren gar nicht interessiert. An einem Computer zu sitzen und etwas in eine schwarze Konsole zu tippen, kam mir ziemlich langweilig vor. Nachdem ich an der Uni aber einen Informatikkurs belegte, haben sich zwei Dinge geändert: Erstens konnte ich in Projekten mitcoden, die mich interessiert haben. Zweitens habe ich im Informatikbereich erfahrenere Studentinnen kennengelernt. So konnte ich mir ein besseres Bild von den realen Anwendungen des Programmierens machen und wusste, wohin mein Weg führen könnte. Obwohl mir das Programmieren Spaß macht, hätte ich meine Vorliebe dafür wahrscheinlich erst entdeckt, als ich Projekte gefunden habe, die ich wirklich selbst entwickeln wollte. Ich würde vermuten, dass es vielen anderen Frauen, die darüber nachdenken, etwas im Tech-Bereich zu studieren, ähnlich geht.

Wenn du zurückblickst: Welchen Tipp würdest du deinem jüngeren Ich geben?

Früher war ich sehr angespannt, wenn ich kritisiert wurde, sogar bei konstruktiver Kritik. Einen Ratschlag, den ich gerne früher gelernt hätte: Leute, die etwas kritisieren, das du produziert oder entwickelst, z. B. einen Entwurf oder einen Code, kritisieren in den meisten Fällen deine Arbeit und nicht dich als Person. Und wenn sie konstruktive Kritik an dem von dir geschriebenen Code üben, ist das doch toll, denn es hilft dir, deine Arbeit zu verbessern oder zu optimieren. Als ich meine Einstellung zu diesem Thema geändert habe, fiel es mir plötzlich leichter, Entwürfe an jemanden zum Überprüfen oder Gegenlesen zu verschicken oder einfach um Feedback zu bitten. Denn: Keiner erwartet einen perfekten ersten Versuch.

Zu guter Letzt: Was sind deine Lieblings-Spots in München und Umgebung?

Was ich besonders an der Stadt liebe: Sie ist so einfach zu Fuß zu erkunden. Ich liebe es, durch den Nymphenburger Schlosspark und den Hofgarten zu spazieren, wo man bei schönem Wetter viele Familien und Leute sieht, die hier eine entspannte Zeit haben (übrigens: direkt in der Nähe des Schlossparks gibt es auch eine ausgezeichnete argentinische Eisdiele – Patagon Helados). In der Maxvorstadt gibt es viele Restaurants und interessante Geschäfte zum Bummeln. Und natürlich darf ich die Berge in Deutschlands Süden nicht vergessen, wo ich bei schönem Wetter gerne wandere. Ein Picknick mit Bier in einer nahegelegenen Hütte und Blick auf die bayerischen Alpen ist eine so wunderbare Erfahrung, die ich zum Glück hier in Deutschland für mich entdeckt habe :).

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