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„Lasst uns gemeinsam Türen, Herzen und Köpfe öffnen“

Emre Celik sitzt auf einem Barhocker und schaut rechts an der Kamera vorbei. Hinter ihm ist das Auditorium im Eventbereich des Berliner Google-Büros zu sehen.
Foto: Philipp Müller

Seit Jahren setze ich mich für Aufklärung ein – privat und beruflich. Als ich begann darüber zu berichten, vor allem auch auf LinkedIn, wurden Unternehmen auf mich aufmerksam und sprachen mich direkt an. So kam es auch zur ersten Anfrage, über meine Herzensangelegenheit einen Vortrag zu halten und als Speaker bei einem großen Unternehmen aufzutreten. Dieses Interesse überwältigte mich. Natürlich hatte ich davor schon viel über mein Engagement gesprochen, weil Diversity, Equity & Inclusion für mich ein essentieller Themenbereich innerhalb unserer Gesellschaft ist, aber in diesem Rahmen war es das erste Mal. Mit meinem ersten Talk: „Wer bin ich? – Wer bist du? Die Gefahr, das authentische Selbst zu verstecken“, wollte ich Menschen anregen, ihr authentisches Selbst zu akzeptieren und zu lieben.

Diese Talks kommen so gut an, dass ich seitdem fast jeden Monat von verschiedenen Unternehmen angefragt werde. Ich habe bereits Vorträge bei Disney, Hewlett Packard, Salesforce, Otto, Lufthansa, Infineon und auch an der TU München gehalten – mal auf einem Panel mit anderen Sprecher:innen, mal als Keynote-Sprecher. Auf jeden Fall immer mit einer interessierten und inspirierten Zuhörerschaft. So wurde mir bewusst, dass ich hier wirklich etwas verändern kann.

Im Leben geht es immer darum, etwas zurückzugeben und anderen Menschen zu helfen. Ich bin dankbar für alles, was ich mir erarbeiten durfte und die neuen Privilegien, die sich mir nun erschließen. Um mir weiterhin treu zu bleiben, habe ich beschlossen, es zu meiner Bedingung zu machen, dass Unternehmen im Gegenzug für meinen Talk an Organisationen spenden, die sich für Gleichberechtigung einsetzen. So haben zum Beispiel auch diversity media und Disney zusammengefunden. Hier unterstützen Disney-Mitarbeitende die Institution durch tatkräftige Hilfe, aber auch mit Fachwissen.

LeTRa, ein lesbisch-queeres Zentrum in München, konnte durch unsere Spende diverse Projekte finanzieren, die mehr lesbische Sichtbarkeit in München anstreben.

Durch Spenden und Vorträge sind wertvolle Verbindungen und Partnerschaften zwischen NGOs und Unternehmen entstanden. Phil, mein Manager bei Google, hat mich schließlich auf die Idee gebracht, einen Verein zu gründen, damit die Arbeit – bei all dem Spaß, den ich dabei habe – nicht nur auf mir lastet und ich mein Wirken skalieren kann. So ist die Idee zu #WeSpeakYouDonate entstanden: Ausgewählte Speaker:innen halten Vorträge über die Themen Diversity, Inclusion und Equity, klären Unternehmen auf und generieren zugleich sehr wichtige Spendengelder für Vereine.

Neustes Teammitglied von #WeSpeakYouDonate und im Hauptberuf Soldat:innen bei der Bundeswehr sind die non-binären Arthur. Arthur geben Interessierten den Einblick einer Trans-Person in der Welt der Bundeswehr. Arthur sprechen dabei authentisch über die Ängste, denen Arthur sich stellen mussten, die Hindernisse und die Erfahrungen, die Arthur dabei gemacht haben.

Oder meine Google-Kollegin Nina: Neben dem Vorantreiben der digitalen Transformation auf allen Ebenen für ihre Kund:innen in der Fast Moving Consumer Goods (kurz FMCG)-Branche bei Google, ist es ihre Leidenschaft, andere Frauen dabei zu unterstützen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und ein erfülltes Leben zu führen, sowie Unternehmen dabei zu helfen, die Voraussetzungen für den Erfolg weiblicher Führungskräfte zu schaffen.

Es ist für uns im Verein weniger wichtig, ob unsere Expert:innen einen großen oder bekannten Namen haben – es ist ihre eigene Geschichte, die sie erzählen können, um anderen dabei zu helfen, unsere Gesellschaft neu zu denken. Der Kern von Diversity, Equity und Inclusion muss sein, dass wir füreinander da sind: Jede:r kann ein:e Verbündete:r für jemanden sein. Jede:r kann dafür sorgen, dass Veränderungen geschehen. Was können wir also tun? Stellt euch hinter eure Freunde, hinter Kollegen:innen, hinter die, die beiseite geschoben werden. Geht in die Welt und klärt auf! Lasst uns unsere Privilegien reflektieren und die unterstützen, deren Stimmen in unserer Gesellschaft ungehört sind. Lasst uns gemeinsam Türen, Herzen und Köpfe öffnen. Lasst uns Vereine und deren ehrenamtlichen Bildungsauftrag unterstützen.