Zurück zum Hauptmenü
The Keyword Deutschland
#7 Wie eine kleine rote Rakete aus Hamburg Google Maps verändert
20 Jahre Google Deutschland

#7 Wie eine kleine rote Rakete aus Hamburg Google Maps verändert

Article's hero media

Am 24. November 2020 stellte sich bei einer kleinen Gruppe von Hochbahner:innen ein Gefühl von Stolz und tiefer Zufriedenheit ein. Hochbahner:innen nennen sich die Mitarbeiter:innen der Hamburger Hochbahn AG, die als Betreiberin der U-Bahn und eines Großteils der Busse sowie der HADAG Hafenfähren den größten Teil des ÖPNV in Hamburg erbringt. Ihr Stolz hatte etwas mit einer kleinen, aber gut sichtbaren roten Rakete zu tun, die jetzt in Google Maps angezeigt wurde, wenn ein:e Nutzer:in im Hamburger Verkehrsverbund HVV einen Routenvorschlag des Öffentlichen Verkehrs auswählte. Das progressive Fortbewegungsmittel war hvv switch benannt und dem Imperativ „Tickets kaufen“ vorangestellt.

Mittels eines Klicks darauf landet der oder die Nutzer:in der hvv switch App, wo das für die Route genau passende Ticket vorausgewählt bereit liegt und mit einem swipe direkt gebucht werden kann. Einfacher geht es nicht. Einfachheit ist das Leitprinzip der hvv switch App, mit der – stets reduziert auf das Wesentliche – die wichtigsten Tickets des HVV sowie Sharing-Angebote von MOIA, sixt share etc. aus einer App heraus gebucht werden können. Kein Wunder, dass Google Maps und hvv switch so gut zusammenpassen.

Drei Smartphones zeigen die Google Maps Anwendung mit einer Streckenauswahl des HVV

Weltpremiere in Hamburg

Mit dieser kleinen roten Rakete wurde weltweit erstmals der Kauf von ÖPNV-Tickets aus Google Maps heraus angeboten. Vorausgegangen war eine sehr intensive Zusammenarbeit des Hochbahn-Teams und ihrer Dienstleister mit dem Google Transit Team über beinahe ein Jahr. Allein diese Kooperation mit den exzellenten Entwicklerinnen und Entwicklern von Google über diverse Zeitzonen eines global aufgestellten Unternehmens – insbesondere in Sydney – war super spannend für unsere total lokal fokussierten Kolleg:innen. Die Zusammenarbeit mit den Googlern war immer sehr offen, konstruktiv und einfach nett und brachte die zufriedenstimmende Erkenntnis, dass man inhaltlich und technisch mithalten konnte.

Ohne auf die Details der vielfältigen Herausforderungen einzugehen, die hier gemeinsam bewältigt worden sind, macht schon die bloße Dauer deutlich, wie anspruchsvoll die Bereitstellung dieser scheinbar schlichten Funktion war – denn immerhin mussten zwei unabhängige Systeme, Google Maps und die hvv switch App, technisch so miteinander verknüpft werden, dass sie sich perfekt ergänzen. Auch hier zeigte sich, dass gerade das Schaffen maximalen Nutzens in größtmöglicher Einfachheit – wie es Google Maps auszeichnet – besonderer Anstrengungen bedarf, zumal wenn dies in einem international einheitlichen Standard geschieht. 

Wir arbeiten schon seit Jahren mit Google daran, die Angebote des Öffentlichen Verkehrs in Google Maps möglichst attraktiv zu präsentieren. Denn Millionen Menschen planen hier ihre Mobilität und wir wollen, dass möglichst viele Menschen möglichst oft ihre Mobilitätsentscheidung zu Gunsten von Bussen und Bahnen (oder auch Fähren) treffen.

Ein Foto einer Hamburger UBahn

Nicht nur aktuell, sondern in Echtzeit

Deshalb gehörten wir in Deutschland auch zu den ersten Verkehrsunternehmen, die Google nicht nur die Fahrplaninformationen zur Verfügung stellten, sondern auch Echtzeitinformationen, damit das Routing immer auf die wirkliche Ist-Situation reagieren kann. Das jüngste große Ding ist hier die kontinuierliche Bereitstellung der tatsächlichen aktuellen Fahrzeugpositionen für Google Maps. Damit können die Hamburger:innen auf der Karte sehen, wo sich ihr Bus gerade wirklich befindet und sich darauf einstellen. Dies ist ein großer Unterschied zu ähnlichen Funktionalitäten anderer Anbieter. Hier beruht die angezeigte Position oftmals auf hochgerechneten Daten mit der netten Konsequenz, dass manchmal der Bus oder die Bahn nur virtuell, aber nicht wirklich da ist. Diesen Service hat Google Maps für den Hamburger Raum übrigens kurze Zeit nach dem Ticketing bereitgestellt – erstmals im europäischen Raum, was großartig ist.

Unsere Zusammenarbeit ist nicht unumstritten: Macht ihr euch da nicht sehr abhängig von Google? Befürchtet ihr nicht, dass Google das Ticketing selbst übernehmen will? Außerdem habt ihr eigene Apps im Markt, da macht ihr euch doch selbst Konkurrenz. 

Das sind berechtigte Fragen. Meine bisherigen Erfahrungen stützen diese Befürchtungen jedoch nicht. Im Gegenteil: Denn durch die neue Verknüpfung von Google Maps mit unserem Ticketing gewinnen vor allem wir als HVV Kund:innen für unsere eigene hvv switch App. Dies stärkt unsere Marktposition. Diesen positiven Impact auf unser Verkaufszahlen konnten wir sofort nach Scharfschaltung des neuen Features sehen, trotz der schwierigen Marktsituation während der Covid-19 Pandemie. Insofern sehe ich vor allem die Vorteile einer fairen Partnerschaft: Wir liefern Informationen und dafür schafft Google für die User:innen nützliche Funktionen, wie die einfache Verknüpfung mit dem Ticketing und die Anzeige der realen Fahrzeugpositionen. Damit wird Google Maps noch bequemer und attraktiver und kann die Nutzer:innen enger an sich binden. Zugleich wird auch unser Angebot dadurch attraktiver und wir erhalten mehr Kund:innen. Kein schlechter Deal, finde ich. Kein schlechter Deal insbesondere für die Stadt und die Region in der wir leben. Denn warum machen wir das alles? Wir wollen, dass die Menschen möglichst auf den Besitz oder die Nutzung des eigenen Autos verzichten und stattdessen, ganz nach ihren Bedürfnissen, den Öffentlichen Verkehr nutzen, Fahrrad fahren und Sharing-Angebote nutzen. Damit reduzieren wir den Ressourcenverbrauch, Lärm und Abgase und erschließen knappen Stadtraum für eine gemeinschaftlichere Nutzung. Dabei hilft uns die Partnerschaft mit Google.

Darin liegt vielleicht auch die weitere Perspektive, die man von diesen kleinen Beispielen ableiten kann: Google wird seine Position als großes, einflussreiches, global agierendes Unternehmen legitimieren, wenn die Menschen erkennen, dass es seine herausragenden Fähigkeiten und wertvollen Informationen auch einsetzt, um ihr Leben in dieser Welt besser zu machen. Der globale Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen. Mobilität hat darauf einen entscheidenden Einfluss. Hier kann Google Maps einen wesentlichen Beitrag leisten, im Kleinen – wie in unserer Kooperation – und im Großen.


Ein Foto zeigt Michael Firnhaber im Porträt

Kommentar von Michael Firnhaber, Google Global Product Partnerships:
“Wir arbeiten im Google Maps Bereich nun bereits seit 8 Jahren mit der Hamburger Hochbahn zusammen und ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, wie offen sie für neue Ideen sind. Die einzige Bedingung: Die Funktionen müssen den Menschen in Hamburg helfen. Wahrscheinlich passen wir deswegen so gut zusammen. Die Hamburger Hochbahn war 2013 einer der ersten Partner, die wir in Deutschland für Google Maps gewinnen konnten. 2014 kamen die Bus-, Bahn- und Fährverbindungen des HVV erstmals auf Google Maps. Es war der Start einer langjährigen Partnerschaft, die auch heute noch besonders sympathisch, offen und vertrauensvoll ist – und das nicht nur, weil wir sozusagen fast Nachbarn sind. Was mich besonders freut: Es ist immer noch so viel Potenzial für mehr. Viele denken oft, dass neue Funktionen oder Produkte aus den USA heraus passieren oder in Städten getestet werden, die die größte Bevölkerung haben, wie zum Beispiel Jakarta oder New York. Bei Google Maps allerdings hat sich die Hamburger Hochbahn schon den Namen eines Pioniers gemacht. Sie sind weltweiter Vorreiter bei Funktionen und scheuen nicht davor, auch mal etwas zu probieren – wie eben der Ticketlink in Google Maps. Das macht mich als Hamburger natürlich besonders stolz!”